Freibad Spangenberg: Parlament entscheidet über künftigen Betreiber

Tristesse am Schwimmbad: Das Spangenberger Stadtparlament wird am Mittwoch darüber entscheiden, wie es mit dem Freibad weitergeht – ob der Pächter weitermachen kann oder der Förderverein das Bad in Eigenregie leiten soll. Foto: Feser

Spangenberg. Wer betreibt künftig das Spangenberger Freibad? Darüber entscheiden die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Mittwochabend.

Es gibt zwei Betreiber-Möglichkeiten: mit dem bisherigen Pächter Jörg Heidemeyer oder mit dem Förderverein Pro Aqua, der das Schwimmbad mit Ehrenamtlichen leitet.

Pächter Jörg Heidemeyer betreibt das Schwimmbad seit Januar 2014 in Eigenregie. Der Pachtvertrag läuft 2016 aus. Zuvor war er bei der Stadt als Schwimmmeister angestellt.

Mit der Pachtung rettete der Schwimmmeister das Bad vor dem Aus, weil sich Spangenberg als Rettungsschirm-Kommune ein eigenes Freibad nicht mehr leisten konnte. Jörg Heidemeyer führte das Bad in Eigenregie, bekam von der Stadt für die Jahre 2014 und 2015 jeweils einen Zuschuss von 50.000 Euro. Vertraglich festgelegt ist, dass es für das Jahr 2016 einen letzten städtischen Zuschuss von 12.674 Euro geben sollte. Das reicht Heidemeyer aber nicht. Seinen Berechnungen zufolge benötigt er für 2016 einen Zuschuss der Stadt von 60.000 Euro: 50.000 Euro für die Fixkosten und 10.000 Euro „für die notwendigsten Investitionen“.

Zuletzt gab es Kritik an dem baulichen Zustand des Bades und am Umgang des Pächters mit Schwimmgästen. In diesem Jahr waren die Besucherzahlen um 50 Prozent eingebrochen.

In den vergangenen Monaten gab es mehrere Gespräche mit Stadt, Förderverein und Pächter, um eine Lösung zu finden. Das gestaltete sich als schwierig.

Der Haupt- und Finanzausschuss hat sich in der vergangenen Woche mit dem Thema Freibad beschäftigt. Einstimmig haben die Mitglieder eine Beschlussempfehlung für die Stadtverordnetenversammlung. Die sieht vor, Pächter Heidemeyer lediglich die vertraglich zugesicherten 12.674 Euro zu geben. Falls er vom Vertrag zurücktritt, solle ein Auslösungsvertrag für Freibad und Campingplatz, der auch von Heidemeyer betrieben wird, ausgearbeitet werden.

• Parlament Spangenberg: Die nächste Sitzung beginnt am Mittwoch, 9. Dezember, um 19 Uhr im DGH Pfieffe. Die Sitzung ist öffentlich.

Das sagt der Pächter

Seit zehn Jahren arbeitet Jörg Heidemeyer im Spangenberger Freibad: Zunächst als angestellter Schwimmmeister für die Stadt, seit 2014 als Selbstständiger, der das Bad mit seiner Pacht vor der Schließung rettete. Er hat zwei Pachtverträge mit der Stadt: einen für das Freibad und einen für den Campingplatz.

Er benötige für 2016 einen Zuschuss von 60.000 Euro für Fixkosten und Renovierungen. „Das Geld muss aber nicht von der Stadt kommen, sondern zum Beispiel auch von Sponsoren“, regt er an. Für eine weitere Zusammenarbeit müssten aber Stadt, Förderverein und Pächter an einem Strang ziehen. Das Verhältnis zum Förderverein bezeichnet er als schwierig: „Es gibt kein Verhältnis mehr.“ Das bestätigte im Gespräch mit der HNA auch Claudia Schenk, die Vorsitzende von Pro Aqua.

Sollte sich das Parlament am Mittwoch mehrheitlich für den Förderverein als Betreiber entscheiden, werde er mit dem Magistrat über eine Vertragsauflösung sprechen. Aber nur für das Freibad, denn den Campingplatz will er weiter betreiben, „sonst würde ich mir meine Existenzgrundlage nehmen“.

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