Gespräche am Gartenzaun 

Das Backhaus im Garten: Metzebach ist das Schlepper-Dorf

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Am Rande des Altkreises Melsungen liegt Metzebach. Geht man über den Berg, beginnt schon der Kreisteil Rotenburg.

„Wir sind die Grenzer“, sagt einer und alle müssen Lachen. Für die Serie „Blick über den Gartenzaun“ haben uns die Metzebacher ihren Ort gezeigt.

Ungewöhnliches Hobby: Seit 40 Jahren sammelt Paul Döring (70) Steine mit heilender Wirkung.

Die Lage

Umgeben von Feld und Wald verströmt Metzebach Urlaubsatmosphäre. Die Lage hat aber auch Nachteile. Neben einem schlechten Mobilfunknetz ist es die Abhängigkeit vom Auto, sagt Ortsvorsteherin Eva Claßen. Aktuell sorgen Sperrungen in Landefeld und auf der B 83 dafür, dass der Ort nur noch über Feld- und Waldwege erreichbar ist. Deshalb wünschen sich die Metzebacher, dass die Stadt und Hessen Mobil besser über anstehende Baustellen und Vollsperrungen informiert. Trotzdem wollen sie die Natur nicht missen und setzen sich gegen den Bau von Windrädern auf der Katzenstirn ein.

Dorfeigener Sanitäter: Bis der Rettungswagen eintrifft, leistet Volker Fey Erste Hilfe. Weil die Dorfbewohner ihn auch gerne bei kleineren Verletzungen konsultieren, ist sein Verbandskasten im Auto stets angebrochen.

Vereine im Dorf

Es gibt zwei Vereine: Die Freiwillige Feuerwehr und die Dorfgemeinschaft. Die Mitglieder packen gerne an und machen viel selbst. Egal, ob die Dreschscheune mit Bühne, Leinwand und Decke ausgebaut wird oder der Dorfputz ansteht, bei dem auch Blumenkästen bepflanzt werden. 

Vergangenen Sommer tapezierte Armin Reinhard die Räume im DGH neu. „Jeder macht, was er kann“, sagt der 68-Jährige. Ein Grill mit absenkbarem Rost, der in der Dreschscheune steht, stammt hingegen von Dieter Fey (66). Im Ort steckt viel Eigenleistung.

Schlepperfreunde

Die Metzebacher lieben Schlepper. Die Begeisterung für die Fahrzeuge hat sich im Ort verbreitet wie ein Virus, erzählen die Bewohner lachend. Ursprünglich wurden sie in der Landwirtschaft genutzt.

 „Die Landwirtschaft ist weniger geworden, die Begeisterung ist geblieben“ sagt Denis Fey. Außerdem sei es ‘das‘ Fortbewegungsmittel im Ort. „Wir kommen damit überall hin.“

Pferde-Ranch

Die Stockranch von Heike Waldeck und Frank Jäger ist ebenfalls nicht mehr aus dem Dorf wegzudenken. Dort reiten die Kinder aus Metzebach und den umliegenden Orten. „Es hat 2013 mit einem Pony angefangen“, erzählt Waldeck. Die Nachbarskinder fragten, ob sie reiten dürfen. Jetzt stehen auf der Ranch fünf Pferde. 

Sinja Herrmann (12) reitet auf dem Platz der S tockranch – sogar ohne Sattel und Zügel.

Seitdem bieten Waldeck und Jäger Freizeitreiten an. Und das wird gerne angenommen. Die 12-jährige Sinja Herrmann, die seit fünf Jahren eine Reitbeteiligung hat, zeigt wie reiten ohne Sattel und Zaumzeug funktioniert. „Die Pferde werden nur mit der Körperhaltungen geführt“, erklärt Waldeck.

Feste feiern

Das alte Backhaus steht bei Friedhelm und Elke Schmidt (beide 66) im Garten.

Regelmäßige Feiern gehören ebenfalls zum Dorfleben dazu. „Wir sind sehr gesellig“, sagt Claßen. Im August steht zum Beispiel das Kartoffelfest an. Zu besonderen Gelegenheiten befeuern Friedhelm und Elke Schmidt dann auch gerne das alte Backhaus in ihrem Garten. 50 Brote à 750 Gramm können bei einem Durchgang gebacken werden. „Es muss sich schon lohnen, den Ofen heißzumachen“, sagt Elke Schmidt.

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