Spangenberger hofft auf Sichtschneisen bei der Baumkirche

Gestrüpp versperrt die Sicht

Wünscht sich einen besseren Ausblick: Ulrich Salzmann hat einst die Baumkirche initiiert. Im Bild steht er am Rednerpult.
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Wünscht sich einen besseren Ausblick: Ulrich Salzmann hat einst die Baumkirche initiiert. Im Bild steht er am Rednerpult.

Schon vor mehr als zehn Jahren hat sich Ulrich Salzmann für die Spangenberger Baumkirche eingesetzt – jetzt tut er es wieder. Denn wo früher weite Blicke in die Ferne möglich waren, zum Beispiel in Richtung Melsungen und ins Vocketal, versperren nun Büsche und Sträucher die Sicht. „Das muss nicht alles weg“, sagt der 66-Jährige, „auch diese Pflanzen haben einen Zweck.“ Er hofft aber zumindest auf Sichtschneisen.

Spangenberg - Vor knapp 15 Jahren haben die Stadt und Hessenforst auf Initiative von Salzmann, der damals Erster Stadtrat von Spangenberg war, die Baumkirche auf dem Spangenberger Bromsberg erneuert. Bis dahin war die Baumkirche, die nach dem Ersten Weltkrieg angelegt wurde, nur ein Ehrenmal für die 58 im Krieg gefallenen Soldaten aus Spangenberg. Für jeden wurde eine Linde gepflanzt und zwar so, dass ihre Stämme die Säulen und ihre Blätter das Dach einer Kirche bilden. 52 der 58 Linden stehen noch.

Bei der Erneuerung des Ehrenmals kamen unter anderem das Rednerpult aus Cortenstahl mit eingearbeitetem Kreuz hinzu, außerdem eine Halterung für ein Taufbecken und zwei Erdwälle, die den Kircheneingang bilden. „Bis vor der Pandemie fanden hier oben jedes Jahr etwa fünf Veranstaltungen wie Taufen und Hochzeiten statt“, sagt Salzmann, „durch Corona ist das eingeschlafen.“

Außerdem spendete die Spangenberger Familie Karl Siebert einen Tisch und Bänke aus Sandstein. Dahinter wuchern nun Büsche und Sträucher. Durch dieses Gestrüpp hindurch wünscht sich Salzmann Sichtschneisen von der Stadt oder Hessenforst. Letzterer ist dafür aber nicht verantwortlich.

„Wir sind nur die Dienstleister“, sagt Förster Achim Röse, „wenn die Stadt uns beauftragt, mulchen wir das Gelände um die Baumkirche.“ Das koste die Stadt allerdings etwa 1500 Euro. „Zuletzt haben wir das Gestrüpp, vor allem Robinien, vor zwei Jahren gemulcht“, sagt er. „Das wächst aber immer wieder nach.“ Der Stadt ist das wuchernde Gestrüpp bislang nicht bekannt. „Wir sind da wie vor zwei Jahren auf die Mithilfe der Eigentümer der benachbarten Grundstücke angewiesen“, sagt Bürgermeister Peter Tigges. In unregelmäßigen Abständen werde das Gelände um die Baumkirche gemulcht. Derzeit sei das aber nicht geplant. (Von Fabian Becker)

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