Goldener Löwe wird zu Mediterraneo: Lokal in Spangenberg öffnet wieder

Spangenberg. Der Goldene Löwe in Spangenberg stand jahrelang leer - jetzt gibt es einen neuen Pächter, der die Gaststätte voraussichtlich im Dezember eröffnen will. Auch Hotelzimmer sind langfristig geplant.

Im Goldenen Löwen in Spangenberg gibt’s wieder Gold: an der Decke und an den Wänden. Denn dort hat der neue Pächter Piero Vasami einen goldenen Kronleuchter und goldgerahmte Malereien aufgehängt. Voraussichtlich im Dezember wird der Wirt sein Lokal Mediterraneo in der Neustadt schließen und im früheren Goldenen Löwen am Marktplatz neu eröffnen.

„Das ist eine Herausforderung für uns“, sagt Vasami, 45, der das Restaurant gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin Michaela Tarus und drei Angestellten betreiben wird. Im neuen Restaurant bietet er 70 Plätze an, und der Große Saal - mit Platz für bis zu 300 Leuten - kann gemietet werden.

Vor knapp sieben Jahren machte der damalige Pächter den Goldenen Löwen dicht. Der Gastraum sei in einem schlimmen Zustand gewesen: Wände und Fußböden waren verdreckt, weißer Belag klebte an den Deckenbalken, im Großen Saal tropfte es durch die Decke, der kleine Saal war mit Stühlen, Tischen und Unrat verrammelt. „Als ich das erste Mal in das Haus kam, bin ich gleich wieder rausgegangen.“

Seit drei Wochen wird im Erdgeschoss des Fachwerkhauses, das um 1600 gebaut wurde, gestrichen, verputzt, umgebaut und ausgeräumt: „Eine halbe Containerladung an Unrat haben wir weggeschafft“, sagt Piero Vasami. Rund 30 000 Euro hat der Unternehmer in den Umbau gesteckt. Das meiste erfolgte in Eigenleistung. Es wird auch neue Einrichtung in Küche und Restaurant geben, zum Beispiel gibt es neue Regale für Weinflaschen.

Die sind für Piero Vasami ein Stück Heimat, denn der Wein in den Regalen stammt aus Ciro, Vasamis Heimatstadt im süditalienischen Kalabrien. Dort liefern die Einwohner, darunter Vasamis Bruder und Schwester, ihre Weintrauben an eine Kelterei, die den Wein herstellt.

In diesen Tagen wird eine neue Heizung in dem Fachwerkhaus installiert. „Wir hoffen, dass die Rohre das aushalten“, sagt Vasami, „schließlich stand das Haus lange leer.“ Im Sommer soll vor dem Restaurant ein Biergarten eingerichtet werden, wo steht noch nicht fest. Sein Wunschplatz: am Liebenbachbrunnen.

Die Kegelbahn im Untergeschoss wird erst einmal geschlossen bleiben. Mittelfristig will Vasami in dem Haus fünf Räume zu Hotelzimmern mit Dusche und WC umbauen. Denn in der Stadt fehlt es an Übernachtungsmöglichkeiten: „Die Leute kommen nach Spangenberg und wir müssen sie nach Melsungen zum Übernachten schicken“, sagt Vasami, „wo gibt’s denn sowas.“

Von Claudia Feser

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