Viel Liebe zur Heimat

Großes Engagement: Stadt Spangenberg ehrt Fides Baumgart sowie Brigitte und Reiner Ploß

Ehrungen für besonderes Engagement für ihre Heimatstadt Spangenberg: Bürgermeister Peter Tigges und Stadtverordnetenvorsteher Dieter Beckmann überreichten im Rathaus Auszeichnungen der Stadt an Fides Baumgart sowie an Reiner und Brigitte Ploß. Rechts im Bild Brigitte Knierim, die die Auszeichnungen vorgeschlagen hatte.
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Ehrungen für besonderes Engagement für ihre Heimatstadt Spangenberg: Bürgermeister Peter Tigges und Stadtverordnetenvorsteher Dieter Beckmann überreichten im Rathaus Auszeichnungen der Stadt an Fides Baumgart sowie an Reiner und Brigitte Ploß. Rechts im Bild Brigitte Knierim, die die Auszeichnungen vorgeschlagen hatte.

Für besondere Verdienste hat die Stadt Spangenberg Fides Baumgart sowie Brigitte und Reiner Ploß geehrt. Baumgart erhielt die Ehrenplakette der Liebenbachstadt, dem Ehepaar Ploß wurde in Urkunden „herzlicher Dank für den Einsatz zum Wohle der Spangenberger Bevölkerung“ ausgesprochen.

Spangenberg – Die Ehrungen waren von der Stadtverordnetenversammlung beziehungsweise vom Magistrat einstimmig beschlossen worden, betonten Bürgermeister Peter Tigges und Stadtverordnetenvorsteher Dieter Beckmann. Die Ehrungen hatte die Spangenbergerin Brigitte Knierim vorgeschlagen.

„Ich bin völlig überrascht“, sagte die 86-jährige Fides Baumgart zu der Auszeichnung. „Was ich gemacht habe, machen doch Viele“, meinte sie in der ihr eigenen Bescheidenheit. „Sie sind super aktiv“, lobte der Bürgermeister.

Einige Beispiele:

Verein Rosengarten: Baumgarts Vater war Oberlehrer an der preußischen Forstschule, die ab 1907 in dem Ende des Krieges zerstörten Schloss untergebracht war. Fides Baumgartes enge Verbundenheit zum Schloss hörte auch nach dem Wiederaufbau nicht auf. Sie engagierte sich für Anpflanzungen und empfand es als einen Jammer, „dass die Gärten so verwilderten“. Im Oktober 2007 gründete sie den heute 45 Mitglieder zählenden Verein Rosengarten. Für den Start musste sie auch bei den staatlichen Behörden viel Überzeugungsarbeit leisten. „Mit viel Charme“, wie es jetzt im Rathaus hieß, machte sie den Garten zu einer Attraktion. Bis vor Kurzem war sie 1. Vorsitzende. Auch im Heimatverein engagierte sie sich, war 20 Jahre Schriftführerin.

Gewandmanufaktur: „Ich bin ein Schollenkind“, sagt Baumgart mit Blick auf die „Eigene Scholle“, die ab 1919 als deutschlandweit erste Reichsheimstätten-Siedlung der Weimarer Republik auf den Kirchwiesen errichtet worden war. Viele Geschichten sprudeln aus der Frau heraus, die 2007 für die Jubiläumsfeierlichkeiten 900 Jahre Stadtrechte Spangenberg die Gewandmanufaktur ins Leben rief. „Ohne sie wäre das undenkbar“, sagt Bürgermeister Tigges, und: „Sie plante mit der Gruppe unermüdlich Umzüge, diverse historische Stadtführungen, Advents- und Kellermärkte, Stadtfeste und vieles mehr.“

Die Amtsglocke: Über die Grenzen Spangenbergs hinaus hat Fides Baumgart mit dem ehemaligen Melsunger Bürgermeister Dr. Ehrhart Appell vier Bücher der „Amtsglocke“ geschrieben, in denen Verse, Sprüche und Anekdoten zum Schmunzeln und Nachdenken festgehalten sind. Das Buch fand bundesweit Beachtung.

Die Linkshänderin: Die frühere Verwaltungsangestellte der ehemaligen Hochschule für bildende Künste und heutigen Universität Kassel ist Linkshänderin. Sie musste mit rechts schreiben lernen. Aber sie kann mit rechts nicht häkeln und kein Brot schmieren. Ihre Rosen muss sie mit rechts schneiden, weil es keine Gartenschere für Linkshänder gibt. Bei der Ehrung im Rathaus bestätigte sie, was sie anno dazumal erleben musste: „Das schlechte Händchen“ wurde ihr im Krieg ausgeprügelt. Noch heute zeigt sie die Narbe am linken Mittelfinger.

Weihnachtsrosen: Die Liebe zur Natur hat Fides Baumgarten von den Eltern. Bei der Spangenbergerin blühen Rosen auch im Winter. Im Advent holt sie eine Glasschale aus dem Schrank und setzt die Blüte einer Pimpinellifolia hinein – auch Dünenrose oder Bibernellrose genannt. „Toll, dass man auch im Winter blühende Rosen hat“, sagt sie.

„Wir können stolz sein auf unsere Ehrenamtlichen, ohne Ehrenamt würde nichts funktionieren“, sagte Stadtverordnetenvorsteher Dieter Beckmann.

Er hoffe, dass Corona dem ehrenamtlichen Engagement nicht schade. Als beispielhaft würdigten Beckmann und Bürgermeister Tigges auch die Arbeit von Brigitte und Reiner Ploß.

Beide engagieren sich im Heimatverein sowie im Rosengarten-Verein, helfen bei der Pflege des Lindenplatzes auf der Scholle. Reiner Ploß ist Schollen-Bürgermeister, übernahm von Heinz Buhre die Leitung des Heimatmuseums, in dem Ploß mit Helmut Rahm „der gute Geist“ sei, wie es bei der Ehrung hieß. Das Museum kann trotz Corona besichtigt werden.

Ploß unterstützt auch das digitale Stadtarchiv, seine Frau Brigitte ist im Kirchenvorstand und jetzt Vorsitzende des Vereins Rosengarten. (Manfred Schaake)

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