Bergheimerin sorgt sich um Eltern

Seit Wechsel zur Netcom: Hausnotruf bei Senioren in Metzebach bleibt still

Hausnotruf: Bei Christina Kolbes Eltern, die in Metzebach wohnen, funktioniert das lebenswichtige Gerät seit dem Wechsel zur Netcom nicht mehr.
+
Hausnotruf: Bei Christina Kolbes Eltern, die in Metzebach wohnen, funktioniert das lebenswichtige Gerät seit dem Wechsel zur Netcom nicht mehr.

Als Christina Kolbe aus Bergheim kürzlich ihre Eltern telefonisch nicht erreichen konnte, reagierte sie prompt. Packte die Kinder ins Auto und fuhr nach Metzebach zum Elternhaus. Ihre Mutter (72) fand sie zitternd und fiebrig vor. „Sie war käseweiß“, sagt Kolbe. Die 72-Jährige kam auf die Intensivstation. Dass es soweit kommen musste, dafür sieht Kolbe die Schuld bei der Netcom.

Metzebach/Bergheim – Wie viele andere Kunden mussten auch Kolbes Eltern – ihr Vater ist 82 – zur Netcom wechseln, da es den Altanbieter nicht mehr gibt (HNA berichtete). Das größte Problem seit vier Wochen: Der lebenswichtige Hausnotruf der Eltern funktioniert mit dem neuen Anschluss nicht. „Und die Mitarbeiter der Netcom sagen, wir müssten halt Geduld haben. Aber wie lange denn jetzt bitte noch“, fragt die Bergheimerin.

Drückt ihre Mutter den Notrufknopf, geht beim Deutschen Roten Kreuz eine Meldung über den Hilferuf ein. Ein Mitarbeiter des DRK ruft dann zurück. Jedoch könne man ihre Eltern fast nie telefonisch erreichen, seitdem sie bei der Netcom seien, berichtet Kolbe. „Es funktioniert eigentlich nur, wenn derjenige, der anruft, auch Netcom-Kunde ist“, hat Christina Kolbe herausgefunden. Da die DRK-Mitarbeiter dann davon ausgehen, dass sich derjenige, der den Notrufknopf gedrückt hat, in einer ernsten Situation befindet, schicken sie direkt einen Krankenwagen. „Deshalb haben wir den Hausnotruf jetzt erst einmal ausgeschaltet“, sagt Christina Kolbe. Dabei habe sie aber auch kein gutes Gefühl, schließlich sei der Hausnotruf ja nicht grundlos installiert worden. Ihre Mutter ist in der Pflegestufe 2.

Auch Christina Kolbes Geschwister können die Eltern seit dem Wechsel zur Netcom nicht mehr erreichen. „Die machen sich ja auch Sorgen, wenn sie niemanden ans Telefon bekommen.“

Seitdem der Anschluss am 4. Juni geschaltet wurde, bestünden diese Probleme mit dem Telefon, sagt Kolbe. Und von der Netcom könne und wolle ihr niemand helfen. „Ich habe schon so oft die Hotline angerufen, ich habe dort mit manchen Mitarbeitern sogar schon mehr als einmal gesprochen.“ Was zum Glück gut funktioniere, sei das Internet.

So könne sie mit ihren Eltern über das Tablet videotelefonieren. Aber das sei ja auch nicht immer eingeschaltet und somit eine dauerhafte Erreichbarkeit nicht sichergestellt. (Carolin Hartung)

Das sagt die Netcom

Eingehende Anrufe müsste das Seniorenpaar unabhängig vom Anbieter des Anrufers eigentlich empfangen. Das ergab eine technische Prüfung seitens der Netcom gestern, berichtet Netcom-Sprecher Daniel Hecker auf Anfrage. Jedoch müsse noch geprüft werden, ob die Senioren einwandfrei nach draußen telefonieren können. Dafür sei allerdings die Kontaktaufnahme zum Kunden erforderlich. Die Techniker hätten die Kunden gestern nicht erreicht, jedoch ein Freizeichen gehört, das unmissverständlich anzeigt, dass der Anruf ankommt. Hausnotrufe hätten oberste Priorität. cha

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.