Frau spendete die zweite Glocke im Dachreiter

Hospitalskapelle St. Elisabeth bekommt eine neue Glocke

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Beim Glockengießer: Mehrere Spangenberger waren nach Karlsruhe gefahren, um dabei zu sein, als die neue, zweite Glocke für die Hospitale skapelle gegossen wurde.

Spangenberg. Spangenberg erhält seine elfte Glocke: Sie wird künftig im Dachreiter der aus dem 14. Jahrhundert stammenden Hospitalskapelle St. Elisabeth hängen.

Die bisherige Glocke ist auf den Ton a’’ gestimmt, die neue Glocke hat den Schlagton c’’’. Acht Spangenberger waren dabei, als die Glocke in dem Traditionsunternehmen Bachert in Karlsruhe gegossen wurde.

Die Stiftung

Glocke und Montage kosten nach Angaben von Pfarrer Dr. Volker Mantey 12 000 Euro. Die Glocke wurde von einer älteren Dame aus Spangenberg gestiftet, die namentlich nicht genannt werden möchte. „Der Klang hört sich gar nicht schön an“, habe die Spangenbergerin laut Pfarrer gesagt, „ich stifte eine neue Glocke.“ Geläutet wird die Glocke der Hospitalskapelle bisher einmal im Monat, wenn an einem Mittwochabend Gottesdienst in der der heiligen Elisabeth geweihten Kapelle gehalten wird.

„Die Glocke hört sich scheppernd an“, sagt Pfarrer Mantey. Eine Untersuchung habe ergeben, dass es nicht an der Glocke liege, sondern am falschen Klöppel. Der sei zu lang, schlage falsch an. Auch die Aufhängung sei nicht in Ordnung. Im Dachreiter ist noch Platz für eine zweite, kleinere Glocke. „Da wären wir gar nicht drauf gekommen“, sagt Mantey vor dem Hintergrund der anstehenden Turmsanierung der Stadtkirche St. Johannes.

Dankbar nahm die Kirchengemeinde das Angebot der Stifterin an. Mantey: „Wir freuen uns, wenn ein klanglich volleres Geläut erklingt.“

Der Guss

Die Bronzeglocke wurde mit rund 1200 Grad heißer Lava, die zu 78 Teilen Kupfer und 22 Prozent Zinn bestand, in eine Lehmform gegossen. Diese wurde mit der Hand gefertigt. Pfarrer Michael Schümers aus Landefeld, der 2004 in Karlsruhe den Guss der drei neuen Glocken für Herlefeld miterlebt hatte, sagt: „Es war sehr beeindruckend, weil eine Jahrtausend alte Technik in den Grundbestandteilen unverändert geblieben ist.“ Viele Jahrhunderte habe dieses Handwerk Bestand: „Glocken begleiten die Menschen über viele Generationen hinweg ein Leben lang.“

Die Inschrift

„Großer Gott wir loben Dich“, sangen die Spangenberger beim feierlichen Guss. Und der Bezug zu Gott wird auch in der lateinischen Inschrift deutlich. Übersetzt lautet sie: „Die Glocke ist dem Hospital St. Elisabeth zur Ehre Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes 2017 gestiftet worden.“

Die alte Glocke, die den Namen Katharinenglocke trägt, hat übrigens keine Inschrift und trägt auch keine Jahreszahl.

Ankunft und Weihe

Ankunft und Weihe der Glocke sollen im Laufe des Jahres feierlich begangen werden: unter anderem mit einem Festgottesdienst. Ein Termin steht noch nicht fest. 

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