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In Herlefeld soll ein Zeltdorf entstehen

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Von: Pamela De Filippo

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Treffpunkt Dorfgemeinschaftshaus: Rechts sind Ortsbeiratsmitglied Florian Voland und Levi mit seinem Opa, Ortsvorsteher Dieter Horn.
Treffpunkt Dorfgemeinschaftshaus: Rechts sind Ortsbeiratsmitglied Florian Voland und Levi mit seinem Opa, Ortsvorsteher Dieter Horn. © Pamela De Filippo

Sie haben immer ein Ohr für das, was die Menschen in ihrem Ort beschäftigt: die Ortsvorsteher. In unserer Serie Ortstermin stellen wir heute den Spangenberger Stadtteil Herlefeld vor.

Herlefeld – Oh Herlefeld, oh Herlefeld, du bist das Schönste auf der Welt: Diese Zeilen aus dem traditionellen Dorflied würde Dieter Horn wohl sofort unterschreiben. Seit 21 Jahren ist er Ortsvorsteher in dem Spangenberger Stadtteil mit 190 Einwohnern. Dass seine Tür immer offensteht, ist keinesfalls nur eine Floskel.

Die Lage: Herlefeld liegt im „letzten Zipfel des Schwalm-Eder-Kreises“, beschreibt der Ortsvorsteher. Doch mit der etwas abgeschiedenen Lage im Landetal – nur wenige Kilometer vom Landkreis Hersfeld-Rotenburg entfernt – haben sich die Einwohner arrangiert. Mehrmals am Tag fährt ein Bus in Richtung Spangenberg. Zum Einkaufen können die älteren Einwohner den Bürgerbus nutzen oder auf die Unterstützung der anderen Herlefelder setzen. Die bunte Mitfahrbank in der Dorfmitte wird hingegen kaum genutzt: „Wir sprechen uns eben lieber direkt mit den Nachbarn ab“, sagt Horn.

Die Gemeinschaft: Wo auch immer man in Herlefeld hinschaut, sieht man das Ergebnis von Teamarbeit. Das Dorfgemeinschaftshaus, das Platz für 120 Gäste hat, haben die Einwohner zum Beispiel in Eigenregie saniert. Zuletzt entstand ein hölzernes Vordach für den Jugendklub im Untergeschoss. Zudem bekam der Spielplatz neben dem Dorfgemeinschaftshaus ein neues Trampolin. Auch das rege Vereinsleben beeindruckt. Außer der Freiwilligen Feuerwehr, die übrigens keine Nachwuchssorgen hat, gibt es einen Männergesangverein, einen Mundorgelchor und die Dorfgemeinschaft Herlefelder Kohlraben. Bei so viel Zusammenhalt wundert es nicht, dass niemand wegzieht: Leerstand gibt es in Herlefeld nicht.

In der Ortsmitte: von links Levi und Noah Horn auf dem Spielplatz.
In der Ortsmitte: von links Levi und Noah Horn auf dem Spielplatz. © Pamela De Filippo

Die Schlaglöcher: Wer den Ortseingang des Spangenberger Stadtteils passiert, spürt den Unterschied: Wo die Straße eben noch ganz ebenmäßig war, holpert es plötzlich gewaltig. „Mit dem Ortsschild beginnen die Löcher“, erklärt der Herlefelder Ortsvorsteher, der wie viele andere Einwohner seit Langem auf eine Straßensanierung hofft. Im Zuge einer solchen Straßensanierung könnten dann außerdem Gehwege und Versorgungsleitungen – inklusive schnellem Internet – verlegt werden. „Vielleicht hätte dann endlich jeder im Ort guten Empfang.“ Denn da gebe es abhängig von der Lage in Herlefeld große Unterschiede.

Das Jurtendorf: Beim Wandern ist Herlefeld wegen seiner Lage am Kunstwanderweg Ars Natura beliebt. Jetzt soll eine weitere Naturtourismus-Attraktion hinzukommen: Am Waldrand oberhalb des Ortes soll ein Jurtendorf entstehen. Geplant sind mehrere zeltartige Bauten, die für Übernachtungen und Seminare dienen könnten. Das Genehmigungsverfahren laufe zurzeit, sagt Horn, der die Idee gut findet: „Das wäre sicher eine Aufwertung.“ (Pamela De Filippo)

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