Internationales Cafe: Flüchtlinge lieben Stollen

Spangenberg. Begegnung der Kulturen - unter diesem Motto stand das erste Internationale Cafe für Flüchtlinge in Spangenberg. Dieses wurde von der Kirchengemeinde und den Landfrauen organisiert.

Ins Gemeindehaus waren Flüchtlinge aus zehn Ländern gekommen, die zurzeit in der Spangenberger Gemeinschaftsunterkunftleben. Unter den Gästen waren Syrer, Iraker, Algerier, Pakistani, Iraner, Serben und Tschetschenen - und natürlich Spangenberger.

Für Plätzchen, Kuchen, Weihnachtsgebäck und heiße Getränke haben die Landfrauen gesorgt. „Wir haben gebacken“, berichtete Margrit Kehl, „weil es für uns selbstverständlich ist zu helfen, denn es geht uns gut, und da können wir ruhig etwas abgeben.“ Auch die türkischen Mitbürger haben ihren Beitrag zum Kuchenbüffet geleistet. „Die türkische Gemeinde hat sich stark in die Flüchtlingsarbeit mit eingebracht“, betonte Pfarrer Michael Schümers. Jeden Dienstag kochen die türkischen Frauen für die Flüchtlinge in der Kulturhalle.

Ein weiteres Ziel der Begegnung war, den Flüchtlingen den deutschen Advent näher zu bringen. Schon seit Wochen besuchen auch moslemische Flüchtlinge zusammen mit Christen den Gottesdienst. „Der Wunsch nach einem Gottesdienst kam von den Flüchtlingen“, betonte Schümers, „wir haben uns nicht getraut zu fragen, wir wollten ja nicht übergriffig sein.“

Es war ein Nachmittag der Begegnung, des Kennenlernens und des Austauschs. Deutlich wurde, dass die Völkerverständigung untereinander gut klappt: Es war Kommunikation in vielen Sprachen und mit Händen und Füßen. Der syrischen Flüchtling Ramy Ghazy half bei der Übersetzung vom Englischen ins Arabische.

Natürlich gab es auch Weihnachtslieder: vorgetragen vom vom Ehepaar Njeri und Johannes sowie dem Iraner Mohamad Mustafa Badnjki auf der Gitarre. Pfarrerin Kathrin Mantey erläuterte die Bedeutung des Lichts in der Adventszeit: „Wir lieben alles, was mit Licht zu tun hat. Auch die Sterne, die in der Stadt leuchten, sind Symbole des Lichts, die auch Sie erhellen sollen.“

Einige der Flüchtlinge haben schwere Monate der Flucht hinter sich, manche haben in Deutschland bis zu zehn Camps durchlaufen. Zur Zeit leben rund 150 Flüchtlinge in der Kulturhalle, davon ein Drittel Familien, der Rest alleinreisende Männer. „Es geht uns gut hier“, sagt Hussein Al Kawat aus dem Irak, und nimmt noch ein Stück Stollen, die er sehr liebt.

Zum Abschluss gab es noch Kuscheltiere und Süßigkeiten, die das Ehepaar Alexander und Unda Süß gespendet hatte.

Von Gert Hirchenhain

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