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Jetzt klagt der Bundesanwalt: Marvin E. soll staatsgefährdende Taten geplant haben

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Von: Barbara Kamisli

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Schloss der Stadt Spangenberg
Der Terrorverdächtige Marvin E. wohnt in Spangenberg. Im Bild ist zentral das historische Schloss der Stadt Spangenberg zu sehen. © Ruth Brosche

Nun steht es fest: Die Generalbundesanwaltschaft hat Anklage gegen den Spangenberger Marvin E. erhoben. Ihm drohen bis zu zehn Jahren Freiheitsstrafe.

Spangenberg – Dem 20-Jährigen wird vorgeworfen, dass er eine terroristische Vereinigung gründen sowie eine schwer staatsgefährdende Gewalttat vorbereiten wollte. Das gab die Bundesanwaltschaft am Mittwoch bekannt.

Er recherchierte laut Mitteilung bereits über mögliche Ziele für die von ihm beabsichtigten Anschläge. Zudem plante er für die Rekrutierung von Mitgliedern seiner „Atomwaffen Division Hessen“ eine Plakataktion in einer hessischen Stadt.

Zu einer Umsetzung seiner Vorhaben kam es nicht, da Marvin E. im September 2021 festgenommen wurde. Seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft.

Terrorverdacht in Spangenberg: Marvin E. hatte Kontakte zur Atomwaffen Division

Wie berichtet, wurde der 20-Jährige festgenommen, weil Ermittlungen ergeben hatten, dass er unter anderem über das Internet Kontakte zur Atomwaffen Division (AWD) hält. Zudem wurden mehr als 600 Sprengkörper bei ihm gefunden. Er informierte sich über ein Schnellfeuergewehr und erwarb über das Internet verschiedene Komponenten, mit denen er mehrere sogenannte unkonventionelle Sprengvorrichtungen herstellte, heißt es in der Mitteilung der Bundesanwaltschaft weiter.

Das von ihm produzierte Gemisch entfaltete dabei eine Sprengkraft, die einen mit militärischem Sprengstoff in etwa vergleichbaren Wirkungsgrad erziele. Marvin E. teile die Ideologie der sogenannten „Atomwaffen Division“. Diese Gruppierung wurde ursprünglich in den USA gegründet und hat seitdem weltweit Ableger gebildet. Ihre Anhänger vertreten eine rassistische, antisemitische und nationalsozialistische Weltanschauung.

AWD: Rassistische, nationalistische und antisemitische Weltanschauung

Um eine ihrer Ansicht nach bestehende Verdrängung der „weißen Bevölkerung“ zu verhindern, strebt die Organisation einen „Rassen“- und Bürgerkrieg an, durch den alle in der westlichen Welt lebenden Juden, Muslime sowie allgemein Personen, die nicht dem Weltbild der AWD entsprechen, getötet werden sollen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Der Angeklagte fasste im Sommer 2021 den Entschluss, innerhalb von drei Jahren in Deutschland einen „Rassen“- und Bürgerkrieg im Sinne der AWD-Ideologie zu entfachen. Hierfür sollte eine von ihm geführte „Atomwaffen Division Hessen“ Anschläge mittels Sprengsätzen und Schusswaffen begehen, heißt es weiter. (Barbara Kamisli)

Ursprung in den USA

Die Atomwaffen Division (AWD) ist eine rechtsterroristische Gruppe, die erstmals im Oktober 2015 in Florida öffentlich hervortrat und sich seitdem in den USA und anderen Staaten verbreitete. Sie gilt laut Wikipedia als eine der gefährlichsten Neonazi-Gruppen der Gegenwart. Ihre rechtsextreme Ideologie orientiert sich am Nationalsozialismus und propagiert Antisemitismus, Hass auf Minderheiten und maßlose Gewalt, um einen weltweiten „Rassenkrieg“ herbeizuführen. 

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