Atomwaffen Division aus den USA

Terrorverdächtiger aus Spangenberg soll Kontakt zu rechtsradikaler Gruppe gehabt haben

Spangenberger Schloss im Nebel Schlossberg
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Spangenberg steht aktuell im Blickpunkt: Der Terrorverdächtige Marvin E. kommt aus der Stadt mit dem eindrucksvollen Schlossberg und Marvin K. aus dem Stadtteil Mörshausen steht unter Mordverdacht.

Die Vorwürfe gegen einen Terrorverdächtigen aus Spangenberg reißen nicht ab. Nun soll Marvin E. Kontakt zu einer radikalen Gruppe gesucht haben.

Spangenberg – Die Vorwürfe gegen den 20-jährigen Terrorverdächtigen Marvin E. aus Spangenberg nehmen zu. Bei der Staatsanwaltschaft Kassel laufen gegen den Tischlerlehrling nun auch Ermittlungen wegen der Verbreitung und des Besitzes von Kinderpornografie, Volksverhetzung und Drogendelikten. Das hat laut Zeit Online Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) jüngst im Innenausschuss berichtet.

Der 20-Jährige, der derzeit in Untersuchungshaft sitzt, wird außerdem verdächtigt, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Die Ermittlungen dazu laufen zentral bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft. Eine Sprecherin wollte sich am Donnerstag nicht zu einzelnen Ergebnissen der Ermittlungen äußern.

Spangenberg: Marvin E. soll Kontakt zu radikaler Gruppe gesucht haben

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt sei aktuell nicht mit den Ermittlungen betraut, sagt deren Sprecher Georg Ungefuk. Den Auftrag dazu bekäme die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt von der Bundesanwaltschaft. Diese habe das Verfahren aber nicht an sich gezogen.

Schwer wiegen auch die Vorwürfe, Marvin E. habe in Chats Kontakt zu Anhängern der Atomwaffen Division (AWD) gesucht. Das hatte Zeit Online ebenfalls jüngst berichtet. Die AWD ist eine rechtsterroristische, international agierende Gruppierung aus den Vereinigten Staaten von Amerika. Dort soll sie sich zwar aufgelöst haben, aber angeblich nur, um sich den Ermittlungen des Federal Bureau of Investigations (FBI) zu entziehen, so berichtet Zeit Online.

Rechtsextremismusexperten Roland Sieber äußerte im Interview mit unserer Zeitung, dass es unwahrscheinlich sei, dass sich Marvin E. nur etwas im Internet verirrt haben könnte. „Um in Kontakt mit solch radikalen Gruppen wie der Atomwaffen Division zu bleiben, ist ab einem gewissen Punkt eine bewusste Entscheidung notwendig“, sagt der Hamburger.

Spangenberg: Verdächtiger in fiktive Welt geflüchtet

Die meisten Menschen würden sich abgestoßen fühlen von derart expliziten Aufrufen zu Gewalt, Mord und Terror. Die Atomwaffen Division verbinde diese mit entsprechenden Gewaltdarstellungen und illegalen Anleitungen zum Bombenbau und zur Anschlagsbegehung, sagt Sieber.

Der Verdächtige könnte sich bis zu einem möglichen Anschlag aus dem realen Leben in eine fiktive Welt geflüchtet haben. Eine Welt, in der Gewalt bejubelt und Rechtsterroristen als Heilige verehrt würden. (Barbara Kamisli und Damai D. Dewert)

Im Fall des festgenommen terrorverdächtigen Marvin E. aus Spangenberg soll es Ermittlungen gegen weitere Personen geben. Der Innenausschuss äußerte sich.

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