Kreis bietet Suchtprävention für Schüler an

Suchtprävention für Jugendliche: Schüler der Burgsitzschule Spangenberg nahmen am Jugendrisikocheck des Schwalm-Eder-Kreises teil. Mit im Bild Projektleiter Karl-Christian Jany (Fünfter von rechts). Foto: Feser

Spangenberg. Dass bereits vier Bier ausreichen können, um mit Alkoholvergiftung im Krankenhaus zu landen - das war für die meisten Achtklässler der Burgsitzschule Spangenberg neu.

Die Schüler nahmen am Suchtpräventionsprogramm Jugend-Risiko-Scheck des Schwalm-Eder-Kreis an. Angemeldet haben sich 25 achte Klassen aus dem gesamten Landkreis. Der Auftakt im Altkreis Melsungen fand an der Burgsitzschule Spangenberg statt.

Dabei konnten die 14-jährigen Schüler testen, wie sich 1,3 Promille im Blut anfühlen - mithilfe einer so genannten Rauschbrille. Geradeauslaufen, jemandem die Hand geben - all das war nur noch schwer möglich.

Bei den Übungen sollten die sozialen Fähigkeiten unterstützt werden: Die Mitschüler sollen lernen, Mitverantwortung zu übernehmen, Fürsorge zu entwickeln und Einfluss auf den betrunkene Freund zu nehmen. Deshalb fand die Aufklärung in Teams statt, mit Rollenspielen und in Gruppenarbeiten. Und diese wurden anschließend durch die Lehrer bewertet.

Projektleiter Karl-Christian nennt das Alter der Achtklässler „das Probieralter“. Weil Jugendliche mit 13 oder 14 erste Erfahrungen mit Alkohol und Nikotin machen, hat die Fachstelle für Suchtprävention den Jugend-Risiko-Scheck entwickelt, als Nachfolger des Projekts Präventionspasses Alkohol. Nach Mitteilung von Jany sei die Zahl der Jugendlichen aus dem Schwalm-Eder-Kreis, die mit Alkoholvergiftungen in Kliniken eingeliefert wurden von 81 (Jahr 2010) auf 61 (Jahr 2014) zurückgegangen. Bundesweit sank die Zahl von 26 400 (2010) auf 23 000 (2014).

Den Rückgang begründet Jany mit einer Kombination aus Verhaltensprävention, einem verschäftes Jugendschutzgesetz und der Kontrolle eben jenes Jugendschutzgesetzes.

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