Kritik an Verstrickungen in der Stadt

Dr. Karin Adam

Spangenberg. Karin Adam kritisiert Politik und Stiftung - Vorschlag: Runder Tisch für Spangenberger Vermarktung.

Es war wie der Stich in ein Wespennest. Das sagten Spangenberger, nachdem Dr. Karin Adam in der Parlamentssitzung die Himmelsfels-Stiftung und die Stadt Spangenberg öffentlich kritisiert hatte. Karin Adam ist Kuratorin und Stellvertretende Vorsitzende der Ars natura-Stiftung, betont aber auf HNA-Anfrage: „Ich habe mir als Bürgerin und Kulturschaffende Luft verschafft.“

Adam bezeichnet die Himmelsfels-Stiftung als ultrachristliche und evangelikale Stiftung. Das begründet sie mit der Evangelikalen Allianz, die es in Spangenberg mit der Verbindung von Himmelsfels, Evangelischer Kirche und Chrischona-Gemeinde gebe. Öffentlich traue sich kaum einer, Kritik zu äußern. Nach Meinung Adams wollten sich die meisten aufgrund traditioneller-emotionaler Befindlichkeiten nicht mit der Kirche anlegen.

Das Himmelsfels-Gelände habe sie noch nicht besucht, sagt sie auf HNA-Nachfrage. Gleichwohl sei sie der Meinung, dass die Stiftung und deren Mitarbeiter ein sehr ansprechend gestaltetes Ambiente geschaffen haben. Sie kritisiert „das Übergriffige“ des Stiftungsvorsitzenden Johannes Weth, der versuche, „überall in der Stadt reinzukommen“. Als Beispiele nennt sie unter anderem das Angebot zur Kulturhallen-Pachtung und die Verlagerung des Kellermarktes auf den Hof des Burgsitzes - das Gebäude, das die Himmelsfels-Stftung grundsaniert hat.

Warum kritisiert sie einen Mann, der sich in der Stadt engagiert? Sie kritisiere nicht sein Engagement, antwortet sie, sondern dass er alles, was in Spangenberg laufe, in seine Richtung lenken wolle. Viele Spangenberger fühlten sich „umringt von der kirchlichen Dominanz“ in der Stadt. „Das ist entfaltungshemmend“, sagt Karin Adam, „dabei gibt es eine Menge an säkularem Denken“.

Ihre Kritik richtet sich auch gegen den Umgang der Stadt mit den örtlichen Kulturinitiativen. „Es gibt Verstrickungen in der Stadt, die nicht sein sollten.“ Als Beispiel nennt sie den Spangensteine-Verein, dem das kulturelle Stadtmanagement übergeben worden sei. Alles, was die Himmelsfels-Stiftung beantrage, werde vom Stadtmanagement und der Stadt unterstützt. Eben auch die Ausschreibung der Kulturhallen-Verpachtung. Der Spangensteine-Verein habe als Stadtmanager kein touristisches Konzept, sagt Adam, „weil es nicht innerhalb seines Horizonts liegt und er mehr auf die soziale Komponente konzentriert ist“. Stattdessen müsse der Verein einer von vielen in der Stadt sein. Sie schlägt einen Runden Tisch vor, bei dem mehrere Interessen Berücksichtigung fänden.

Der Verein Spangensteine ist eine Ausgründung der Himmelsfels-Stiftung, laut Satzung agiert er von ihr institutionell unabhängig. Vorsitzender ist Pfarrer Dr. Volker Mantey.

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