Längere Parkplatzsuche

Parlament Spangenberg beschließt Verkehrskonzept

Künftig weniger Verkehrsschilder: Das Spangenberger Parlament hat ein neues Verkehrskonzept für die Innenstadt beschlossen. Im Bild ein Blick von der Rathausstraße in die Klosterstraße. Foto: Feser

Spangenberg. Wer in Spangenberg mit dem Auto unterwegs ist, muss künftig langsamer fahren und vermutlich mehr Zeit zur Parkplatzsuche einplanen.

Das Parlament hat in seiner Sitzung am Donnerstagabend mehrheitlich ein neues Verkehrskonzept beschlossen - bei drei Gegenstimmen aus FDP und SPD. Zur zeitlichen Umsetzung wurde kein konkreter Beschluss gefasst. Auf HNA-Anfrage teilte Bürgermeister Peter Tigges mit, dass die Einführung der neuen Regeln noch in diesem Jahr erfolgen soll.

Fakt ist, dass die Parkplätze in der Burgstraße wegfallen. Das ist eine Anweisung der Straßenverkehrsbehörde und der Polizei, um die Gefahrensituation in der engen Straße zu entschärfen. In der Einbahnstraße kann bislang noch wechselseitig geparkt werden: fünf Parkplätze sind links, drei rechts. Beim Passieren müssen manche Autos auf den Bürgersteig ausweichen. Nach Polizeiangaben haben sich dort schon mehrere Unfälle ereignet und es ist zu gefährlichen Situationen für Fußgänger gekommen.

Die bisherige Verkehrsführung in der Innenstadt bleibt bestehen. Schilder für ein neues Parkleitsystem sollen voraussichtlich am Sparkassenplatz aufgestellt werden. Die Geschwindigkeit in allen Straßen der Innenstadt liegt bei 30 Stundenkilometern und die Parkdauer wird von einer Stunde auf zwei Stunden erhöht.

Auszüge aus der Diskussion:

Volker Jakob (SPD): 

„Ein schlüssiges Verkehrskonzept für Spangenberg zu erstellen, ist schwierig. Schließlich wurde die Stadt konzipiert als man noch mit Handwagen unterwegs war. Die Straßen der Altstadt sind so geblieben, und die Häuser kann man schlecht verrücken.“

Peter Scheben (CDU):

„Es gibt verkehrstechnisch in Spangenberg keinen Königsweg und natürliche Gegebenheiten. Man muss in der Stadt nicht direkt ins Geschäft fahren - manchen Menschen tun ein paar Schritte ganz gut.“

Kai-Uwe Niessing (FDP):

„Wir wollen den Menschen kurze, zeitnahe Wege ermöglichen. Die geplanten Maßnahmen sind aber nicht geeignet, den Innenstadtbereich zu beleben.“

Ralf Hillwig (SPD):

„Der Hauptwegfall der Parkplätze ist in der Burggasse. Aber weil die Verkehrssicherheit dort als gefährlich angesehen wird, liegt diese Entscheidung nicht in unserem Zuständigkeitsbereich.“

Jörg Lange (CDU):

„Wir brauchen keine Parkplätze direkt vor dem Rathaus, das gibt es in keiner vergleichbaren Stadt. Wir haben Parkplätze für Gehbehinderte, und die sind meistens leer. Wer will beim Eisessen schon in einen Kühlergrill gucken?“

Sören Salzmann (FDP):

„Mit dem neuen Verkehrskonzept wird Spangenberg unattraktiver für manche Bürger, und sie fahren eher nach Melsungen, wo sie noch einen Weg mehr erledigen können.“

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