Bis Ende 2020 

Lulluskirche in Grebenau wird für 220.000 Euro umfassend saniert

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Vor der Grebenauer Kirche: von links Klaus Döring und Aljoscha Wardeischke zeigen die neuen Ziegel. Das Dach wird neu gedeckt.

Die Lulluskirche in Grebenau wird derzeit umfassend saniert. Morsche Dachbalken werden ausgetauscht, das Dach bekommt neue Ziegel und der Innenraum einen neuen Anstrich.

Rund 220 000 Euro kostet die Sanierung, etwa 70 000 Euro kommen aus dem Verkauf des Pfarrhauses in Grebenau. Das weitere Geld für die Sanierung stammt aus dem Kreiskirchenfonds sowie von der Landeskirche.

Nachdem im Jahr 2012 ein Gutachten für den Zustand der Kirche erstellt worden war, wurden im Jahr 2014 bereits einige Holzbalken aus der Not heraus ausgetauscht, sagt Ortsvorsteher und stellvertretender Vorsitzender des Kirchenvorstands, Klaus Döring. Seit Mitte Juli läuft jetzt die große Sanierung. Die Außenarbeiten sollen bis 6. Oktober abgeschlossen sein. „Ich hoffe, dass wir unser Erntedankfest schon in der Kirche feiern können“, sagt Klaus Döring.

Chef über die Bauarbeiten ist Aljoscha Wardeischke vom gleichnamigen Dachdecker-Betrieb in Bad Sooden-Allendorf. „Wir schneiden Stück für Stück die beschädigten Dachbalken heraus und ersetzen faules Holz“, sagt Wardeischke. Durch kaputte Ziegel sei Wasser ins Holz eingedrungen und habe Schäden verursacht. Die Ziegel seien teils über 100 Jahre alt und noch von Hand gestrichen, weiß Döring.

Um zu verhindern, dass während der Bauarbeiten weiteres Wasser in die Kirche eindringt, wurde nach dem Abdecken des Dachs ein Notdach aufgebaut, erklärt Wardeischke.

Firma auf Kirchen spezialisiert

Die Holzteile der Kirche bestehen aus Eichenholz und werden selbstverständlich auch wieder durch solches ersetzt „Eiche ist beständiger und haltbarer als Nadelhölzer“, sagt der Experte. Wardeischke verwende ausschließlich Recyclingholz. Denn Eichenholz zu trocknen sei ein äußerst langwieriger Prozess.

Die Firma aus Bad Sooden-Allendorf, die sowohl die Zimmerer- als auch die Dachdeckerarbeiten übernimmt, sei auf Kirchensanierungen spezialisiert, sagt Wardeischke. „95 Prozent unserer Aufträge sind Kirchen.“ Neubauten seien nicht sein Ding. Das Arbeiten an alten Gebäuden mache viel mehr Spaß. „Und man wird auch viel dreckiger“, sagt der Dachdecker und lacht. Die Lulluskirche gehört zu den ältesten Kirchen in der Region. Döring hat herausgefunden, dass Lullus (710 – 786), der erste reguläre Erzbischof von Mainz und erster Abt des Klosters Hersfeld, in Grebenau eine Kapelle errichten ließ. 1430 soll ein Anbau mit Platz für bis zu 100 Personen enstanden sein. Die Sanierung des Innenraumes steht im kommenden Jahr an. Die Decke wird neu verputzt, die Wände werden gestrichen. Um die Orgel vor Schäden während der Bauarbeiten zu schützen, wurde sie zur Hälfte abgebaut. Döring: „Die bauen wir dieses Jahr auch nicht mehr auf.“ Die Sanierung des Innenraumes soll Ende 2020 abgeschlossen sein.

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