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Neue Prinzipalstücke krönen Spangenberger Kirche

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Von: Manfred Schaake

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Freuen sich über die neuen Prinzipalstücke in der Spangenberger Stadtkirche: von links Pfarrer Michael Schümers, Bildhauer Michael Possinger und Designer Florian Seemüller mit dem neuen Lesepult.
Freuen sich über die neuen Prinzipalstücke in der Spangenberger Stadtkirche: von links Pfarrer Michael Schümers, Bildhauer Michael Possinger und Designer Florian Seemüller mit dem neuen Lesepult. © Manfred Schaake

Die Christen in Spangenberg haben Grund zur Freude und Dankbarkeit: Ihre Kirche ist um einige Kunstwerke reicher.

Spangenberg – Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 28. August, ab 18 Uhr in der evangelischen Stadtkirche Sankt Johannes werden die sogenannten Prinzipalstücke Altar, Lesepult, Kreuz und Ständer für die Taufschale und Osterkerze eingeweiht und gewidmet.

Die Gesamtkosten für die Stücke belaufen sich auf 44 000 Euro. Mehr als 20 000 Euro wurden bisher gespendet. „Wir bitten um weitere Spenden“, sagt Pfarrer Michael Schümers. Die neuen Prinzipalstücke leiten nun den letzten Abschnitt zur Sanierung des Gotteshauses ein.

Nach den Worten des Pfarrers wird die Kirche reicher um ganz besondere Kunstwerke und für den Gottesdienst wichtige Objekte, „die entscheidende Momente des Glaubens symbolisieren und fördern“. Zusammen mit dem Designer Florian Seemüller und dem Bildhauer und Metallbaukünstler Michael Possinger hat der Kirchenvorstand die Neugestaltung beraten. „Der Dialog hat uns viel gebracht, uns sehr bereichert, es hat viel Freude gemacht“, sagte Schümers.

Sanierung von Spangenberger Kirche noch nicht abgeschlossen

Nach der 2018 begonnenen und im Vorjahr abgeschlossenen Innenrenovierung und Neugestaltung der Kirche fehlten immer noch entscheidende Dinge: außer der Orgel und dem restaurierten Pieta-Standbild – Maria mit dem toten Jesus im Arm – insbesondere die Prinzipalstücke. Diese sind laut Schümers die ersten oder vornehmsten Einrichtungsteile für die Gottesdienstfeier.

Die neu gestalteten Prinzipalien passen gut zur jetzigen Ausgestaltung der Stadtkirche im gotischen Stil mit der vom Haupteingang aus gesehen sichtbar prägenden Mittelachse, sagt Schümers.

Und sie sollen herausgehoben sein als besonders kunstvolle Einrichtungsstücke der Kirche mit hohem Symbolgehalt für den Glauben. Schümers sagt: „Als Zeichen des flammenden, ausstrahlenden Glaubens wird die Oberfläche in Anthrazit-Farbtönen lebendig wirken.“

Bildhauer Possinger erläutert die Prinzipalstücke so:

Das Lesepult „wickelt“ sich über die Geometrie der Stufen herunter, vermittelt und überbrückt die Distanz zur Kirchengemeinde. Im Sockelbereich verbirgt sich die Technik für Licht und Ton.

Der Altar ist im Aufbau symmetrisch gehalten und wirkt trotz seines Materials, zehn Millimeter patinierter Stahl, klar und leicht: „Die große mittige und die schmalen seitlichen Öffnungen verleihen dem Altar ein interessantes Spiel von Licht und Schatten sowie Kontrast und Tiefe.“

Der Osterleuchter folgt dem Gestaltungskonzept des Altars. Die Basis bildet eine Grundplatte, auf der schmale Flächen angeordnet sind. Ein kubischer Volumenkörper als Kerzenschale bildet den Abschluss. Mithilfe eines Adapters kann der Osterleuchter als Ständer für die Taufschale genutzt werden.

Das Kreuz ruht auf einem Stab und kann über eine Bodenhülse im Raum positioniert werden. Das Kreuz selbst ist in lateinischer Form ausgearbeitet. Die Altarleuchter haben einen quadratischen Grundriss und sind konkav geformt. Zum größten Teil sind die Prinzipalien aus zehn und fünf Millimeter starkem Stahl gefertigt und von Hand patiniert. Einige wenige Teile bestehen aus Messing.

Pfarrer Schümers sagt: „Nach langer Bauphase wird nun endlich die Gestaltung des Chorraumes vollendet. Mit den neu gestalteten Prinzipalstücken erhält unsere Kirchengemeinde herausragende Kunstgegenstände.“

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