Neues Job-Netzwerk will Unternehmen und Jugendliche zusammenführen

Diskutierten gemeinsam in Spangenberg über das Thema Ausbildung: von links Angelika Horstkotte-Pausch (Bildungszentrum Felsberg), Luna Hildebrandt (Jugendwerkstatt Felsberg), Klaus Kühlborn (Holzbau Kühlborn), Kreishandwerksmeister Frank Dittmar, Michael Wilhelm (Jugendwerkstatt Felsberg) und Regierungspräsident Walter Lübcke. Foto: Pflug

Spangenberg. Jonas stand am Donnerstag im Mittelpunkt. Jonas ist allerdings keine Person, sondern ein neues Projekt. Es steht für Job-Netzwerk Ausbildung im Schwalm-Eder-Kreis.

Das Projekt soll potenzielle Auszubildende sowie kleinere und mittlere Unternehmen im Kreis zusammenbringen, erklärte Michael Wilhelm, Mitarbeiter der federführenden Jugendwerkstatt Felsberg.

Wilhelm stellte das Projekt in Spangenberg vor. Die Unterstützung durch das Projekt solle nicht nur bei der Bewerbung greifen, sondern schon davor, in der Berufsvorbereitung und danach, wenn es während der Ausbildung zu Problemen kommt oder Jugendliche besondere Unterstützung brauchen, erklärte er.

Wenn das neue Ausbildungsjahr beginnt, klaffen oft Angebot und Nachfrage auseinander und es gibt sowohl arbeitsuchende Jugendliche als auch offenene Lehrstellen. Im September des vergangenen Jahres waren bei der Arbeitsagentur im Kreis noch 162 offene Stellen und 311 unversorgte Jugendliche gemeldet.

Dort möchte das Projekt ansetzen, es gehe darum noch ungenutzte Potentiale auszuschöpfen, aufzuklären und Menschen zusammenzubringen, erklärte Wilhelm während der Vorstellung. Wilhelm betonte, dass man bestehende Angebote und Anbieter nicht ersetzen will, sondern sie vernetzen und ausbauen möchte. „Ziel des Projektes ist es auch, dass wir die Strukturen so aufbauen, dass wir am Ende nicht mehr gebraucht werden“, sagt Wilhelm. Das Projekt läuft bis Ende 2017 und wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds gefördert.

Eine wichtige Rolle spielt die Zusammenarbeit mit Partnern in der Wirtschaft, der Arbeitsagentur, dem Jobcenter und Schulen. Vertreter dieser Institutionen diskutierten bei der Veranstaltung auch mit. Kreishandwerksmeister Frank Dittmar etwa wies auf den „Akademisierungswahn“ hin. Der führe dazu, dass viele junge Menschen lieber studieren und manche Berufe mit Zukunft, wie das Handwerk ausblenden. Der pädagogische Leiter der Burgsitzschule Spangenberg, Wilfrid Britzke, merkte an, dass man insbesondere die Eltern ansprechen müsse. Denn in vielen Fällen würden diese die Entscheidungen treffen und kennen sich selbst nicht gut aus. Eine Beobachtung, die auch Angelika Horstkotte-Pausch von der Jugendwerkstatt bestätigte.

Horstkotte-Pausch berichtete auch von ersten Erfolgen des Projektes. Über die Kontaktbörse konnten bereits sechs Jugendliche mit Unternehmen zusammengeführt werden. Das sei auch dem Engagement von Werner Wagehals zu verdanken, der als Vermittler der Kreishandwerkerschaft Kontakte zu Unternehmen herstellt.

Ansprechpartnerin: Viola Nadge-König, Jugendwerkstatt Felsberg, Tel. 0 56 62/949725.

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