Jagdmuseum am Spangenberger Schloss wird zur Sauna

Sie wollen Wellness im Zeughaus anbieten: Im früheren Jagdmuseum soll ein öffentlicher WellnessTempel entstehen. Im Bild Pächterin Silvana Gattschau und ihr Ehemann Arno Gattschau. Foto: Feser

Spangenberg. Wo einst Jagdwaffen und Tierpräparate ausgestellt waren, werden bald Saunaschöpfkelle und Handtücher hängen. Denn das Jagdmuseum am Schloss soll zu Sauna und Dampfbad umgebaut werden.

Im Mai sollen die Arbeiten beginnen. Noch in diesem Jahr soll das Bauprojekt abgeschlossen sein, kündigt Schloss-Pächterin Silvana Gattschau an.

„Es wird aber keine Schicki-Micki-Sauna mit Mosaiksteinchen werden“, sagt Silvana Gattschau. Die Einrichtung solle zum Gebäude passen, das im 17. Jahrhundert gebaut wurde. Eine rustikale Ausstattung wird die Gäste erwarten: mit Schwalldusche, Zuber, Eimer und Holzschöpfkelle für den Aufguss. Vom Stil her also eher Typ Landwaschküche mit grobem Holz statt orientalischem Hamam-Bad mit Schnörkeln.

Baulich will Pächterin Gattschau nicht in das Gebäude eingreifen. Der Steinboden bleibt bestehen, darauf wird eine Holzkonstruktion gebaut, auf der die Fliesen angebracht werden sollen, kündigt sie an. Auch die Natursteinwände sollen bestehen bleiben.

Dieser Wellnesstempel soll nicht nur den Hotelgästen offen stehen, sondern er ist öffentlich. Die Anmeldung erfolgt über die Rezeption des Schlosshotels, der Zutritt funktioniert nur mit einem Digitalschlüssel. In der Sauna wird Platz für maximal sechs Personen sein, ebensoviele Plätze wird es im Dampfbad geben. Massagen sollen auch angeboten werden; diese müssten vorher gebucht werden, teilt Pächterin Silvana Gattschau mit.

Hinter dem Gebäude werden zwei Ruhebereiche für die Gäste angelegt: einer wird einen Ausblick über Spangenberg ermöglichen - hierzu müssen noch Büsche freigeschnitten werden. Im zweiten Ruhebereich sollen sich die Gäste vor Blicken geschützt erholen. Zu den Kosten des Umbaus möchte Pächterin Silvana Gattschau derzeit noch keine Angaben machen, teilt sie mit.

Seit 1983 war das Jagd- und Schlossmuseum im früheren Zeughaus des Spangenberger Schlosses untergebracht. Um 1625 errichtet, bestand das Zeughaus aus einem Gewölbe, einer Wachstube und Ställen für Esel und Schweine.

Die Esel mussten das Brunnenrad anziehen, mit dem das Wasser aus dem Schlossbrunnen gefördert wurde. Im 18. Jahrhundert wurden die Waffen der Schlossbesatzung im Zeughaus aufbewahrt. Nach 1907 wurde das Zeughaus von den Forstschülern als Turnhalle genutzt, denn das Spangenberger Schloss war von 1907 bis 1939 Sitz der Forstschule.

1962 wurden die „Traditionsräume der Kurhessischen Jägerschaft“ im Obergeschoss des Schlosses eingeweiht. Die Stiftung Hessischer Jägerhof auf Schloss Kranichstein (bei Darmstadt) war der Träger.

1993 wollte die Stiftung das Jagdmuseum aufgrund dringend notwendiger Investitionen aufgeben. Es gab Proteste aus der Bevölkerung und Politik. 1994 beschloss das Stadtparlament, das Jagdmuseum in städtischer Regie zu übernehmen. Ein Pachtvertrag mit dem Land Hessen wurde abgeschlossen - bis zum Jahr 2014. Mit einem neuen Konzept wurde das Museum im Sommer 1998 neu eröffnet. Zum 1. Januar 2014 wurde das Museum geschlossen.

Ab Sommer 2017 soll im früheren Zeughaus ein Wellnesstempel mit Sauna und Dampfbad betrieben werden.

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