Wahl am 8. November

Sein Haus ist sein Hobby: Tigges kandidiert erneut

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Er will wieder ins Rathaus: Peter Tigges (CDU) kandidiert erneut für das Amt des Bürgermeisters in Spangenberg. Im Bild steht er vor seinem 344 Jahre alten Fachwerkhaus in Herlefeld. 

Spangenberg. Am 8. November ist Bürgermeisterwahl in Spangenberg. Zwei Kandidaten haben sich beworben. Zunächst stellen wir Peter Tigges, 53, vor.

Er ist Amtsinhaber und geht für die CDU ins Rennen.

Wenn es nachts knarzt, dann fühlt sich Peter Tigges wohl. Und in seinem Fachwerkhaus aus dem 17. Jahrhundert in Herlefeld knarzt es oft. „Das Haus lebt“, sagt der amtierende Bürgermeister, der erneut für das Amt kandidiert.

Sein Haus ist sein Hobby, und am liebsten „brokelt“ er dort mit Holz: Balken einziehen, Dielen verlegen, Holzverkleidungen einbauen. Sein Haus ist eine Dauerbaustelle. Ein Über-Handwerker sei er nicht, aber er liebt es, am Abend zu sehen, was er geschafft hat. Dass es manchmal eben länger dauert, stört ihn nicht und erst recht nicht seinen einzigen Mitbewohner: eine Schaufensterpuppe, die in Tigges’ Wohnzimmer steht und dessen mittelalterliches Tunika-Gewand trägt.

Tigges ist nämlich Mitglied des Spangenberger Vereins Stammtisch Tafelrunde. Mit seinen Freunden besucht er gerne historische Feste, natürlich passend gewandet. Nein, er ist weder der Ikea- noch der neumodische Typ. „Ich liebe alten Kram“, sagt Tigges. In seinem Haus stehen ein alter Sekretär und ein Ofen im Wohnzimmer, ein Lehnstuhl, das Erbstück eines Freundes, steht am Esstisch. Und er liebt alte Türriegel. Die Gitarre neben dem Flachbildschirm wird nur selten gespielt. Es ist die Wohnung eines Mannes, der wenig Zeit hat.

Tigges hat vier Motorräder, zwei laufen aber nicht mehr. Seine Lieblingsmaschine ist eine Harley Fat boy Baujahr 1998. Die steht in seinem Elternhaus in Elbersdorf, dort ist er regelmäßig zu Besuch.

Väterlichen Stolz spürt man, wenn Tigges von Josie spricht, seiner 18-jährigen Tochter. Sie lebt zwar bei ihrer Mutter nahe Hamburg, aber die Eltern hatten sich das Sorgerecht geteilt. Tigges beschreibt sein Verhältnis zur Tochter als „sehr eng“ („Durch WhatsApp ist es noch enger“). Regelmäßig ist Josie bei ihm zu Besuch, in den Ferien auch mal wochenlang. Das genießt der Vater. Er genießt auch gutes Essen, aber ein begnadeter Koch ist der 53-Jährige nicht, gibt er zu. Seine Stärken? „Ich bin ein lockerer, offener, querdenkender Mensch.“ Und pflichtbewusst sei er. Schließlich war er vor seinem Bürgermeisteramt rund 25 Jahre im Polizeidienst: im Streifenschichtdienst in Frankfurt, als Kommissar in Kassel für organisierte Kriminalität zuständig, seine schönste Zeit war bei einem Spezialeinsatzkommando. Damals seilte er sich von Hubschrauberkufen überm Edersee ab, war bei Geiselnahmen im Einsatz. Details will er nicht nennen, „denn das Sondereinsatzkommando arbeitet im Verborgenen.“ Klar ist: Tigges liebt die Spannung.

Diese Liebe hat ihn auch zur Politik geführt. Denn spannend war für ihn die Erfahrung, als junger Mann im Stadtparlament Politik mitgestalten zu können. Er saß für die CDU im Parlament, sein Vater war damals Fraktionssprecher. Mittlerweile ist Peter Tigges seit zwei Amtsperioden Bürgermeister - und will es noch ein drittes Mal werden.

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