Pfarrer Volker Mantey über die Kooperation mit der Stiftung Himmelsfels

Interview zur Stiftung Himmelsfels: „Sie ist Gold wert für die Kirche“

Himmelsfels: Die Kirchengemeinde Spangenberg engagiert sich bei der Stiftung Himmelsfels – das sorgt für Gesprächsstoff. Unser Bild zeigt das Stein-Kreuz auf dem Himmelsfels-Plateau, links im Bild das Schloss, rechts die Altstadt mit der Stadtkirche. Foto: Feser

Spangenberg. Volker Mantey ist Pfarrer in Spangenberg und oft auf dem Himmelsfels-Gelände. Erst kürzlich war er wieder mit Konfirmanden während eines Konfi-Camps mehrere Tage dort. Über die Verbindung der Kirchengemeinde mit der Stiftung sprachen wir mit ihm.

Wie ultrachristlich ist der Himmelsfels? 

Volker Mantey: Der Himmelsfels ist eine christliche Stiftung mit dem Ziel, junge Menschen deutscher und internationaler christlicher Gemeinden zusammenzubringen. Dazu gehört auch der Kontakt zu muslimischen Gemeinden. Und das ist der Sinn christlichen Engagements in der Gemeinwesenarbeit.

Was ist das Besondere am Himmelsfels? 

Mantey: Seine Offenheit, seine Toleranz, seine Flexibilität. Für uns als Kirche ist es wichtig, Orte zu schaffen, an denen Offenheit und Toleranz ganz neu gelebt werden können. Bestimmte Nationalitäten bilden eine Kirche in Deutschland, aber auch wenn sie Christen sind, gelingt die Integration nicht automatisch.

Es gibt nicht viele Orte in Deutschland, wo so etwas musterhaft vorgelebt wird wie auf dem Himmelsfels.

Der Himmelsfels kümmert sich um Menschen am Rande der Gesellschaft – hat die Kirche den Kontakt zu diesen Menschen verloren? 

Mantey: Oftmals wird der Kontakt zu diesen Menschen ausgelagert in die institutionelle Diakonie.

Was meinen Sie damit? 

Mantey: Für alle Gruppen unserer Gesellschaft gibt es Beratungs- und Hilfsangebote auch im Bereich der Kirche. Der unmittelbare Kontakt von Basiskirchengemeinden zu Randgruppen ist schwieriger geworden. Sie hat sehr lange ihren Blick darauf gerichtet, was sie den bürgerlichen Schichten des Ortes anbieten kann, denn für die anderen Gruppen gibt es ja die Angebote der Diakonie. Der Trend geht aber wieder stärker zurück zur Gemeinwesenarbeit mit der Integration sozialer Randgruppen.

Was bedeutet der Himmelsfels für die Evangelische Kirchengemeinde Spangenberg? 

Mantey: Für uns ist der Himmelsfels Gold wert, weil wir leichter mit diesen Menschen in Kontakt kommen.

Welche Rolle hat der Himmelsfels in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck? 

Mantey: Der Himmelsfels ist ein freies Werk und von der Landeskirche unabhängig. Zugleich gibt es eine personelle Verknüpfung: Stiftungsvorsitzender Johannes Weth ist Pfarrer im Ehrenamt der Landeskirche. Sie hat in den letzten Jahren gelernt, welcher Schatz ihr mit dem Modellprojekt Himmelsfels zugewachsen ist. Seit einigen Jahren nehmen Konfirmandengruppen der Landeskirche an Konfi-Camps auf dem Himmelsfels teil. Dort nehmen Jugendliche christliches Leben anders wahr: mit moderner Gospelmusik, freien Gebeten, guter Stimmung, Abenteuer mit Übernachten in Bauwagen.

Wird auch Kollekte für den Himmelsfels gesammelt? 

Mantey: Seit zwei Jahren geht die Himmelfahrt-Kollekte aller Gemeinden in der Landeskirche Kurhessen-Waldeck an den Himmelsfels. In vielen Gemeinden unseres Kirchenkreises werden zusätzlich immer mal wieder Kollekten für den Himmelsfels gesammelt.

Was zeichnet den Himmelsfels aus? 

Mantey: Auch seine Hartnäckigkeit, auf Problemlagen unserer Gesellschaft hinzuweisen und Lösungen zu finden. Zum Beispiel hat der Himmelsfels viel Kontakt mit Menschen im Asylverfahren und bietet Hilfe in strittigen Asylfragen.

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