Siechenhaus in Spangenberg wird abgerissen: Statik ist gefährdet

Das Ende des Siechenhauses: Das Haus aus dem 15. Jahrhundert wurde gebaut, um dort, vor den Toren der Stadt, Leprakranke unterzubringen. Zuletzt, bis 2011, wurde in dem Gebäude ein Steuerberatungsbüro betrieben. Fotos: Feser

Spangenberg. Ein Stück Geschichte geht in Spangenberg zu Ende. Mehr als 400 Jahre hat das Siechenhaus an der Melsunger Straße gestanden, nun wird es abgerissen.

Der Grund: Pilze und Fäulnis gefährden die Statik. Das teilt Eigentümer Klaus Kühlborn mit.

Der Chef des gleichnamigen Holzbauunternehmens hatte das Haus 2011 gekauft, um einen Teil der Verwaltung dorthin auszulagern. Es gab Termine mit Planern und Ingenieuren sowie Gutachten. Ergebnis: Das Haus kann nicht mehr genutzt werden. Die Schäden seien unter anderem das Ergebnis „unsachgemäßer Instandsetzungsarbeiten“, teilt Kühlborn mit. Nach langem Leerstand war das Gebäude Anfang der 1980er-Jahre umgebaut worden. Die Sanierung sei größtenteils in Eigenleistung erfolgt, wobei viel Substanz zerstört worden sei. Zum Beispiel wurden fast alle Gefache der Erdgeschossfassade gegen Glasfüllung ausgetauscht.

Gebrochene Deckenbalken 

Bis 2011 wurde das Siechenhaus von einem Steuerbüro genutzt. Nach Angaben von Hasna M’Rabet, Planerin der Firma Kühlborn, waren aufgrund hoher Last im Obergeschoss - etwa durch schwere Aktenschränke - Deckenbalken gebrochen. „Das Haus war nicht als Bürogebäude mit Archiv ausgelegt.“ Laut Kühlborn erfolge der Abriss in Abstimmung mit den Behörden für Denkmalschutz und Bauaufsicht. Das Hessische Landesamt für Denkmalpflege hatte nach Auskunft von Oberkonservator Prof. Dr. Peer Zietz keine Kenntnis vom Abriss. Was passiert nun mit dem Gelände? „Es gibt Pläne, aber die sind noch nicht spruchreif“, sagt die Planerin und erwähnt „einen Ersatzbau“.

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