Spangenberg

Spangenberg bleibt Heimat im Herzen: Volker Mantey geht als Propst nach Marburg - Verabschiedung am Sonntag

Der Apfelbaum bleibt: Dr. Volker Mantey und seine Frau Kathrin haben den Apfelbaum zu ihrem Einzug ins Pfarrhaus vor 17 Jahren geschenkt bekommen, das direkt neben der Spangenberger Stadtkirche steht.
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Der Apfelbaum bleibt: Dr. Volker Mantey und seine Frau Kathrin haben den Apfelbaum zu ihrem Einzug ins Pfarrhaus vor 17 Jahren geschenkt bekommen, das direkt neben der Spangenberger Stadtkirche steht.

Ab 1. November übernimmt Volker Mantey die Stelle des Propstes im Sprengel Marburg. Dieser erstreckt sich über Teile der Landkreise Marburg-Biedenkopf, Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Waldeck-Frankenberg.

Spangenberg – Die Konfirmandenarbeit wird Volker Mantey am meisten fehlen. „Ich arbeite gern mit jungen Menschen“, sagt der 48-Jährige. Doch auch die Arbeit mit den Ehrenamtlichen im Kirchenvorstand habe ihm immer sehr viel Freude bereitet.

„Ich werde also weiter für Spangenberg zuständig sein, aber eben aus der Distanz“, sagt Mantey.

Er freue sich auf die neue Herausforderung. Doch: „Spangenberg ist zur Heimat geworden, die wir im Herzen tragen“, sagt Mantey. 17 Jahre ist es her, dass er als Pfarrer nach Spangenberg kam.

Es war seine erste Pfarrstelle nach dem Studium, die er sich zunächst mit seiner Frau Kathrin teilte. Sie und die beiden Kinder Albrecht (15) und Luise (13) sind bereits seit Ende der Sommerferien in Marburg.

Als Propst ist Mantey einer der Stellvertreter der Bischöfin der Evangelischen Landeskirche Kurhessen-Waldeck. Er sieht sich in seiner neuen Funktion vor allem als Mittler zwischen der Kirchenleitung und den Gemeinden, aber auch zwischen Kirche und Diakonie.

Kirche sollte sich für das Gemeinwohl einsetzen. Wie das aussehen kann, dafür gibt es in Spangenberg zahlreiche Beispiele. Den Katharinenverein zum Beispiel, der unter anderem haushaltsnahe Dienstleistungen anbietet, der Verein Spangensteine, der sanierte Burgsitz und das Haus Händewerk in der Frühmessergasse.

Die Sanierung der Stadtkirche gehört ebenfalls zu seinen Projekten. Manteys Spuren werden in Spangenberg also sichtbar bleiben, auch wenn er die Stadt verlässt.

Mittendrin sein, das gehöre dazu zum Beruf des Pfarrers, sagt Mantey. „Das ist kein Beruf, der abends an der Haustür endet.“ Ihn störe das aber nicht. Er sei auf einem Bauernhof in Nordfriesland groß geworden, „da war das ähnlich.“

Dass er diesen Beruf wählen würde, war aber eher einem Zufall geschuldet, erinnert sich Mantey. „Unser Pastor hat mir gesagt, das würde zu dir passen“, sagt der 48-Jährige, „und er hatte recht.“

Die vielen positiven Erfahrungen, die er in den 17 Jahren in Spangenberg gemacht hat, motivieren ihn für seine neue Tätigkeit, sagt Mantey.

Die evangelische Kirche befinde sich in einem Reformprozess, den auch er schon seit Längerem begleite. „Wir wollen etwas bewegen“, sagt Mantey. Man müsse kreativ auf das Kleinerwerden reagieren.

„Vom Jammern habe ich noch nie viel gehalten“, sagt der 48-Jährige.

Um die Menschen anzusprechen, brauche es beispielsweise auch andere Formen von Gottesdienst. Etwas, das er mit seinen Kollegen, dem Ehepaar Schümers, immer wieder erfolgreich ausprobiert habe.

Es sei wichtig, die Sprache der Menschen zu sprechen. Mantey sagt: „Die Menschen haben ein Bedürfnis nach Glauben.“ Kirche müsse auch den digitalen Raum bespielen. Dort sei die Hemmschwelle geringer, den Kontakt zu halten, so Manteys Erfahrung.

Seit der Pandemie ist Volker Mantey auf Instagram präsent. Gemeinsam mit seiner Frau Kathrin hat er auch einen Online-Glaubenskurs angeboten. „Das war komplett neu für mich, aber es hat gut funktioniert.“ (Barbara Kamisli)

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