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Spangenberg sucht Versorgungsalternativen

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Von: Barbara Kamisli

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Spangenberg hat Dachflächen verpachtet: Zum Beispiel die des Dorfgemeinschaftshauses Elbersdorf – es handelt sich um das weiße Gebäude hinter dem Schloss.
Spangenberg hat Dachflächen verpachtet: Zum Beispiel die des Dorfgemeinschaftshauses Elbersdorf – es handelt sich um das weiße Gebäude hinter dem Schloss. © Ruth Brosche/Anna Weyh

Woher beziehen unsere Städte und Gemeinden ihre Energie? Fossile Energieträger wie Öl und Gas verteuern sich aktuell wegen des Kriegs in der Ukraine.

Spangenberg – Wir beleuchten in loser Folge die Situation rund um die Versorgung der Kommunen im Kreisteil Melsungen. Heute ist Spangenberg dran. Etwa 6000 Menschen in rund 2700 Haushalten müssen in der Gemeinde versorgt werden. So ist die Situation in den einzelnen Bereichen:

Strom

Die Stadt Spangenberg betreibt keine eigene Fotovoltaikanlage, hat aber seit über 15 Jahren die Dachflächen von Bauhof und Kita Schlossberg für Fotovoltaik verpachtet, sagt Büroleiter Jörg Schanze. Zum damaligen Zeitpunkt wäre eine Fremdfinanzierung sehr teuer gewesen. Hinzu kam, dass es damals noch keine Langzeiterfahrungen über die Haltbarkeit gab. „Da war die sichere Pachteinnahme die bessere Option“, sagt Schanze.

Im Wellnessbad wird seit 2009 Strom durch ein mit Gas betriebenes Blockheizkraftwerk erzeugt, der dann im Wellnessbad verbraucht wird. Gleichzeitig wird hiermit die Wärme für das Aufheizen des Wassers erzeugt. Aber auch dort werden gerade Alternativen für eine zukunftssichere und wirtschaftliche Lösung geprüft. Die Stadt selbst bezieht ihren Strom von der EAM.

Wärme

Die Kernstadt sowie Bergheim und Elbersdorf sind überwiegend mit Erdgas versorgt.

Wasser

Die Stadt Spangenberg betreibt ein eigenes Wasserversorgungsnetz. Hierzu zählen vier Tiefbrunnen, 15 Oberflächenquellen und rund 100 Kilometer Leitungsnetz. Bis auf den Ortsteil Schnellrode sind alle Ortsteile miteinander verbunden, sodass eine ortsteilübergreifende Versorgung sichergestellt ist. Jährlich werden rund 315 000 Kubikmeter Wasser gefördert.

Abwasser

In Spangenberg werden sechs Kläranlagen und circa 80 Kilometer Leitungsnetz betrieben. An die Kläranlage Vocketal sind außerdem die beiden Hessisch Lichtenauer Ortsteile Wickersrode und Reichenbach angeschlossen. Außer in der Kernstadt, Bergheim und Elbersdorf besteht ein Trennsystem.

Seit dem Jahr 2021 werden die Klärschlämme aller Kläranlagen in der Klärschlammvererdungsanlage in Spangenberg getrocknet.

Regenerative Energien

Die geplanten Windkraftprojekte auf Flächen der Stadt Spangenberg konnten nicht umgesetzt werden. Seit vielen Jahren wird östlich von Spangenberg ein Solarpark mit 75 Solarbäumen auf einem städtischen Grundstück betrieben. „Aktuell prüfen wir gemeinsam mit der EAM und der Spangenberger Firma Optima eine alternative Versorgung des Wellnessbades, des Rathaus und der Rathausstraße 7“, sagt Schanze. Für die Kläranlage Spangenberg wurde bereits ein Energiekonzept aufgestellt, welches die Einbindung einer Fotovoltaik-Anlage und den Wechsel von Pumpen beinhaltet. Das werde nach und nach umgesetzt. Für die anderen fünf Kläranlagen soll ebenfalls ein solches Konzept erstellt werden.

Ausblick

Für die Bereiche Ver- und Entsorgung ist die Stadt Spangenberg gut aufgestellt. Für eine zumindest teilweise autarke Strom- und Wärmeversorgung sind viele Schritte nötig, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollten, teilt Schanze mit. Wichtig ist hierbei, verschiedene Energieträger zu berücksichtigen, sodass man grundsätzlich breit aufgestellt ist.

(Barbara Kamisli)

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