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Spangenbergs Bürgermeister Peter Tigges wird verabschiedet

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Von: Barbara Kamisli

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Sein ehemaliger Arbeitsplatz: Peter Tigges wird heute in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Er war 18 Jahre Bürgermeister von Spangenberg.
Sein ehemaliger Arbeitsplatz: Peter Tigges wird heute in der Stadtverordnetenversammlung verabschiedet. Er war 18 Jahre Bürgermeister von Spangenberg. © Barbara Kamisli

Peter Tigges redet nicht über politische Erfolge. Auf die Frage, warum er aufhört, sagt er: „Es wird nach 18 Jahren Zeit, Platz für neue Dinge und andere Sichtweisen zu schaffen.“

Spangenberg – Heute wird Peter Tigges (CDU) verabschiedet. Sein Nachfolger Andreas Rehm wird ins Amt eingeführt. Der 59-jährige Tigges ist eh keiner, der viel Aufhebens um seine Person macht. Gefragt nach einem Termin für einen Artikel zu seinem Abschied, winkt er erst mal ab. Nicht nötig, findet er. Lässt sich aber dann doch drauf ein.

Er gibt zu, dass es ihm nicht leicht fallen wird, die Geschicke Spangenbergs nicht mehr aktiv mitgestalten zu können. „Das wird mir sicher erst mal fehlen.“ Dennoch kann er sich nicht vorstellen, noch mal ein politisches Amt zu übernehmen. Es würde sich für ihn nicht richtig anfühlen, zum Beispiel wieder in Stadtverordnetenversammlungen zu sitzen. Der gebürtige Elbersdorfer, der vor seiner Zeit als Bürgermeister als Polizeibeamter gearbeitet hat, sagt: „Ich glaube, es ist sehr unglücklich, sich weiter einzumischen, nachdem man aus dem Amt ausgeschieden ist.“

Was er am ersten Tag seines Ruhestandes tun werde? Peter Tigges lacht. Er wisse es nicht, sagt er. Aber sicher werde es ein anderes Gefühl sein, zu wissen, dass nicht nur ein paar freie Tage vor ihm liegen, sondern dass ein ganzer Lebensabschnitt zu Ende gehe. „Langweilig wird es mir aber sicher nicht werden“, sagt Tigges. Viele und vieles seien in den Jahren seiner politischen Aktivität zu kurz gekommen. Seinen Ruhestand will er nutzen, diesen Menschen und diesen Dingen mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

Leben hat sich durch das Amt stark verändert

Seine Tochter – fast 25 Jahre alt – studiert in Berlin. Für sie will er sich mehr Zeit nehmen. „Auch wenn sie natürlich sehr gut allein zurechtkommt“, sagt er und lacht. Dennoch sei der väterliche Rat hin und wieder durchaus gefragt.

Er lebt in Herlefeld in einem alten Fachwerkhaus, an dem es einiges zu tun gibt. Handwerken, das mache er ganz gern. Doch bisher war die Zeit durch das Amt – wie für vieles – oft knapp. Überhaupt habe sich sein Leben durch das Amt als Bürgermeister stark verändert, sagt Tigges im Rückblick. Er war zwar schon vor seiner Wahl zwei Jahre als Stadtverordneter aktiv, aber als Stadtoberhaupt sei man plötzlich überall präsent und eine öffentliche Person. „Ich wollte immer ansprechbar sein, aber natürlich musste ich mich erst mal daran gewöhnen, dass ein Gang durch die Stadt auf einmal sehr viel länger dauert.“

Nach besonders schönen und nach weniger schönen Erlebnissen gefragt, sagt Peter Tigges: Besonders heftig sei gewesen, dass im vergangenen Jahr bekannt wurde, dass der Spangenberger Marvin E. unter Terrorverdacht steht. Das habe ihn tief getroffen, sagt Tigges. „Schwer war auch die Zeit, als Spangenberg extreme finanzielle Schwierigkeiten hatte und 2014 unter den Rettungsschirm musste.“ Eine Aufgabe, die Spangenberg gemeinsam unter Tigges Regie gut gemeistert hat. Bereits 2019 war die Stadt wieder finanziell unabhängig.

Tigges wünscht sich weiterhin Zusammenhalt in Spangenberg

Gern erinnert er sich an die 700-Jahr-Feier im Jahr 2009. Zehn Tage wurde in der ganzen Stadt gefeiert. Gemeinsam hatten die Spangenberger vieles auf die Beine gestellt, dass die Jubiläumsfeier zum denkwürdigen Ereignis werden ließ.

Das ist es, was Tigges, sich für die Zukunft Spangenbergs wünscht, dass der Zusammenhalt bleibt. „Die Leute hier kümmern sich umeinander, das ist etwas ganz Besonderes und macht Spangenberg so lebens- und liebenswert.“

Hat Peter Tigges einen Rat für seinen Nachfolger Andreas Rehm? Er überlegt kurz und sagt: Wichtig sei es als Bürgermeister, dass man offen sei für die Belange der Menschen. Dass man zuhören, aber auch entschieden handeln könne und dass man sich alle Positionen anhöre. Dann winkt er ab: „Ach, aber der Andreas Rehm, der weiß doch, worauf es ankommt, der braucht eigentlich keine Tipps von mir.“

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