Kritik von Anwohnern

Ärger wegen geplanter Sperrung zwischen Spangenberg und Landefeld 

Metzebach. Die Bauarbeiten am Landekreuz (Schwalm-Eder-Kreis) sorgen für Ärger. Auf Bewohner, Taxis, Kita-Kinder, Rettungsdienste und Autofahrer kommen erhebliche Änderungen zu. 

Ab August soll die Strecke von Spangenberg nach Landefeld auf 800 Metern saniert werden. Bis Anfang November, also 14 Wochen lang, wird der Streckenabschnitt zwischen Spangenberg und Landefeld für den Verkehr voll gesperrt werden, teilt Horst Sinemus von Hessen Mobil mit. 

Die weiträumige Umleitungsstrecke soll über Obergude und Heinebach führen. An der engsten Stelle ist diese Strecke 4,50 Meter breit und hat stellenweise ein Gefälle von zehn Prozent. „Die Strecke über die Metzebacher Höhe ist zu schmal, zu steil und zu gefährlich, speziell für die Schulbusse“, sagt Ingo Kühl aus Metzebach. Großen Fahrzeugen könne man kaum ausweichen, kritisieren die Ortsvorsteher aus dem Landetal. Die Strecke von Metzebach nach Spangenberg ist sechs Kilometer lang (neun Minuten mit dem Auto) – die Umleitungsstrecke ist 21 Kilometer lang (28 Minuten). Das hat auch Folgen für die Schulkinder. Denn sie müssen früher mit dem Bus fahren, um pünktlich zum Unterrichtsbeginn in Spangenberg zu sein. Proteste gab es auch von Eltern der Kitakinder: Sie wollen nicht, dass schon Dreijährige frühmorgens nach Spangenberg fahren – im voll besetzten Schulbus. Es gab nun Gespräche zwischen der Stadt, dem Nahverkehr Schwalm-Eder und den Ortsvorstehern. Es soll geprüft werden, ob die Schulbusse die besser ausgebaute Strecke über Schemmern (32 Kilometer ab Metzebach und 39 Minuten) fahren können.

„Die Straßensperrung hat Auswirkungen auf das Leben im Landetal“, sagt Metzebachs Ortsvorsteherin Eva Claßen. In ihrem Ort wurden bereits alle kulturellen Veranstaltungen im Dreschschuppen für die Zeit der Bauarbeiten abgesagt.

Schulen

Nach bisherigem Kenntnisstand der Burgsitzschule werden die Schüler aufgrund der Umleitungsstrecke über Obergude um 7.36 Uhr am ZOB in Spangenberg sein. Da die Erst- und Zweitklässler nach Auskunft des stellvertretenden Schulleiters Gunter Schulze erst zur zweiten Stunde Unterrichtsbeginn haben, müssen sie betreut werden. Aktuell seien fünf bis zehn Kinder in der Frühbetreuung, künftig würden es bis zu 30 Schüler sein. „Da brauchen wir mehr Personal.“

Zudem kritisiert der Lehrer, dass die Kinder aus dem Landetal künftig jeden Tag eine Stunde früher aufstehen und zwischengeparkt werden müssen – „darunter können ihre Schulleistungen leiden.“

Und Ingo Kühl ergänzt: „Ihren fehlenden Schlaf können sie ja dann mittags im voll besetzten Bus nachholen, im Stehen.“

Aufgrund des Protests der Anwohner prüft nun der Nahverkehr Schwalm-Eder eine Alternativstrecke für die Schulbusse über Schemmern. Diese ist zwar länger, aber besser ausgebaut.

Ihr Protest war erfolgreich: Bewohner des Landetals haben sich über die Umleitung während der Bauarbeiten am Landekreuz beschwert. Jetzt wird eine alternative Umleitungsstrecke für Schulbusse geprüft. Unser Bild entstand in Metzebach.   

Pflegedienste, Taxis

Auch für Dienstleister wie Pflegedienste und Taxi-Unternehmen wird die Umleitung Folgen haben. Zum Beispiel für den Fahrservice Studer aus Spangenberg. Werner Studer weiß, dass die Fahrpläne umgeschrieben werden müssen – etwa für Chemo- und Dialysepatienten sowie Menschen, die zur Tagespflege gebracht werden müssen. Gleiches gilt für die Pflegedienste, die Menschen im Landetal betreuen.

Rettungsdienste

Und was ist mit Rettungsdiensten wie Feuerwehr, Notarzt, Krankenwagen? Hessen Mobil hat eine Lösung gefunden. Wie genau diese aussieht, soll nicht veröffentlicht werden, da die Alternativstrecke ausschließlich für Rettungsdienste bereitsteht und ausdrücklich nicht für die Allgemeinheit. Stadtbrandinspektor Stefan Salzmann sagt: „Der Brandschutz und die Versorgung durch Rettungsdienste sind an jedem Tag der Baustelle gesichert.“

Verunsicherte Bewohner

Die Bewohner im Landetal fühlen sich schlecht informiert. „Die Verantwortlichen hatten sich um uns noch keine Gedanken gemacht“, war die einhellige Meinung die Teilnehmer der Infoveranstaltung, zu der die Ortsvorsteher kürzlich eingeladen hatten.

Denn  private Fahrten zu Schulen und Kitas bringen berufstätige Elternteile in logistischen und zeitlichen Stress oder sind gar unmöglich. Und unklar ist auch, was mit Jugendlichen passiert, die Schulen in Melsungen besuchen und in Spangenberg ihren Anschlussbus nicht mehr erreichen.

Lösung für Kita-Kinder

Die Kindergartenkinder aus dem Landetal werden künftig mit dem Katharinenmobil nach Spangenberg gefahren – über die Umleitungsstrecke für die Schulbusse. Das haben Stadt, NSE und der Katharinenverein als Betreiber des Katharinenmobils vereinbart.

Rubriklistenbild: © Pixabay/geralt

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