Keine Veränderung bei der CDU

SPD holt sich absolute Mehrheit in Spangenberg zurück

 Spangenberger Schloss im Nebel Schlossberg
+
Wieder in SPD-Hand: Unterm Schloss hat die SPD ihre absolute Mehrheit zurückgeholt. Im Rathaus sitzen die Genossen künftig mit zwölf Abgeordneten, CDU und FDP kommen auf elf.

Bei der Kommunalwahl in Spangenberg gab es nur minimale Veränderungen, aber die SPD erobert ihre absolute Mehrheit zurück.

Spangenberg – Die SPD gewinnt einen Sitz (jetzt 12) von der FDP (jetzt 3). Die CDU bleibt bei 8. So kompakt könnte die Kommunalwahl in Spangenberg zusammengefasst werden. Würde dieser eine Sitz nicht den Unterschied machen zwischen absoluter Mehrheit oder Mehrheitsfindung. Einen Schaden für die Demokratie sieht SPD-Spitzenkandidat Michael Johne nicht in der wiedererlangten absoluten Mehrheit:„Es ist aber schon ein gutes Gefühl, sich nicht mehr so um Mehrheiten bemühen zu müssen“, sagt der 43-Jährige. Er könne sich auch gut vorstellen, erneut Erster Stadtrat zu werden.

Grundsätzlich sei die Arbeit im Parlament aber ohnehin sehr sachorientiert und Anträge würden mit großen Mehrheiten beschlossen, sagt Johne. Wichtige anstehende Themen seien der Kita-Neubau am Schlossberg und das neue Freizeitgelände. Neben dem Fraktionsvorsitz, den wohl wieder Ralf Hillwig übernehmen werde, „gilt es, den Stadtverordnetenvorsteher neu zu bestimmen“.

Für die anstehende Legislatur freue er sich auf viele neue Gesichter und frischen Wind im Parlament, sagt Johne. Die Spangenberger SPD hat als eine von ganz wenigen bei der Kommunalwahl zugelegt. Johne sieht darin eine Bestätigung der Arbeit der vergangenen fünf Jahre.

Die absolute Mehrheit der SPD sei mit nur einer Stimme eine sehr wackelige Sache, sagt FDP-Spitzenkandidat Söhnke Salzmann. Er sehe aber erhebliche Schnittmengen mit der SPD und könne sich eine Zusammenarbeit auch künftig gut vorstellen. Insofern bedauere er den Sitzverlust.

Die CDU tritt auf der Stelle. Acht Sitze waren es, acht werden es sein. Es hätte einer mehr sein dürfen, sagt Jörg Lange, CDU-Spitzenkandidat. Aber nicht zuletzt die jüngsten Berliner Vorkommnisse hätten sich auch auf kommunaler Ebene niedergeschlagen. Bei der CDU-Liste wird ein generelles Problem deutlich: In der Kommunalpolitik fehlen Frauen. Gerade einmal vier Frauen werden künftig in der Spangenberger Stadtverordnetenversammlung sitzen – 23 Sitze hat das Parlament. Die SPD stellt drei Frauen und eine Frau zieht über die FDP-Liste ins Parlament ein. Die CDU-Fraktion wird keine Frau stellen. „Wir haben natürlich Gespräche geführt“, sagt Lange. Aber entweder hätten diese Kinder und keine Zeit, oder die Partei habe nicht gepasst. Außerdem fehle es noch an gesellschaftlichen Rahmenbedingungen wie der Kinderbetreuung. Als herbe Enttäuschung bezeichnet auch Salzmann den niedrigen Frauenanteil. Diversität in Parlamenten sei wichtig, das gelte auch für jung und alt und andere Ethnien. Im ländlichen Raum gebe es dabei aber nicht so viele Alternativen, sagt Salzmann.

Ehrenamtliche für die Kommunalpolitik zu finden, werde generell immer schwieriger, sagt Johne, gleich welchen Geschlechts. Das bestätigt Lange. Für die CDU zögen beispielsweise drei Nicht-Parteimitglieder ins Parlament ein. (Von Damai D. Dewert)

Einen Sitz mehr für die SPD - der reicht für die absolute Mehrheit.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.