Sturmschäden im Spangenberger Forst sind noch immer zu sehen

Viel Arbeit nach dem Unwetter: Achim Röse ist Förster im Revier Spangenberg. Seit dem Sturm im Juli muss er Waldflächen begehen und den entstandenen Windwurf koordinieren. Gerade auf dem Höhenrücken (auf dem Bild) sind die Schäden gewaltig. Fotos:  Bülau

Spangenberg. Das schwere Unwetter Anfang Juli hat massive Spuren im Spangenberger Forstrevier hinterlassen.

Es ist ein Dienstagabend, der 7. Juli in diesem Jahr, als der Himmel sich dunkelgrau färbt und der Wind ein sich näherndes Unwetter ankündigt. Sieben Minuten dauert es nur an - das reicht um die Arbeit von Förster Achim Röse für die nächsten Monate auf den Kopf zu stellen. Denn sein Revier Spangenberg hat der Sturm ganz besonders hart getroffen. Röse schätzt, dass es sich bis November hinziehen wird, die Schäden komplett zu beseitigen.

Kompletter Baum entwurzelt: Der Sturm am 7. Juli in diesem Jahr hat das Revier Spangenberg besonders hart getroffen.

„So etwas habe ich in den 22 Jahren, die ich hier Förster bin, noch nicht erlebt. Auch Kyrill im Jahr 2007 hat uns damals hier nicht so hart getroffen“, sagt Röse. Der durch den Sturm hervorgerufene Windwurf und -bruch sei enorm: „In diesen sieben Minuten ist die doppelte Menge des üblichen Jahreseinschlags entstanden“, sagt Röse. Der Jahreseinschag beschreibt die Menge an Holz, die pro Jahr aufgearbeitet wird.

Auf den 1700 Hektar, die das komplette Revier umfasst, gebe es sonst etwa 11.500 bis 12.000 Festmeter Jahreseinschlag. Am 7. Juli seien alleine schon 20.000 Festmeter angefallen, schätzt der Förster.

Aufgaben verschieben sich 

Das habe zur Folge, dass sich seine Aufgaben größtenteils immer noch darauf beschränken würden, die Waldfläche zu begehen. „Wir müssen jetzt die Bestände durchgehen und sehen, wie dringend einzelne Fälle sind und was raus muss. Die meisten Schäden sind am Höhenrücken entstanden, aber wir finden auch immer wieder einzelne abgebrochene oder umgeknickte Bäume“, erklärt Röse. Für die Pflege und das Durchforsten sei momentan wenig Zeit. Hilfe bekommt Röse dabei von anderen Forstmitarbeitern. Das Holz der teilweise sogar komplett entwurzelten Bäume werde anschließend vermarktet, sagt der Förster.

„Es kommt darauf an, ob die Bäume abgebrochen sind, dann kann man es meistens nur noch für Industrieholz nutzen, also zum Beispiel Pellets oder Papier, da das wertvolle Holz im unteren Stamm ist. Sind die Bäume komplett entwurzelt, kann es auch für Möbel genutzt werden.“

Um das Schadholz zu beseitigen, sind jeweils zwei Harvester und Rückemaschinen einer Fremdfirma teilweise sogar am Wochenende im Einsatz. Pro Harvester und Woche können so 1000 Festmeter entfernt werden.

„Danach werden die Waldstücke neu bewirtschaftet“, sagt Röse. Es werden jedoch viele Jahre vergehen, bis die neuen Bäume ihre volle Größe erreicht haben.

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