Wahlverlierer Wilfried Dräger erhielt Trost von Mark Weinmeister

Tigges: Urlaub nach dem Sieg

Spangenberg. Peter Tigges, der Gewinner der Bürgermeisterwahl in Spangenberg, ist erst mal in den Urlaub verschwunden. Drei Tage Pause nach der Wahl.

Es war wohl eine lange Feier: Wahlsieger Peter Tigges (CDU) wurde am Sonntag zum dritten Mal zum Bürgermeister von Spangenberg gewählt. Familie und Freunde lud er anschließend zur Feier in die Berggaststätte Liebenbach ein. Gestern, am Montag nach der Wahl, war Tigges nicht im Büro: Er hatte sich drei Tage Urlaub genehmigt.

Die Geschäfte führt währenddessen aber nicht der Erste Stadtrat als grundsätzlicher Stellvertreter des Bürgermeisters, sondern Büroleiter Jörg Schanze. „Das ist bei uns üblich, wenn es nur wenige Urlaubstage sind“, sagte Schanze auf HNA-Anfrage. Der Erste Stadtrat in Spangenberg ist Wilfried Dräger, der am Sonntag bei der Wahl um das Bürgermeisteramt unterlegen war.

Schlechtestes SPD-Ergebnis

40,5 Prozent der Wähler hatten für Wilfried Dräger gestimmt, 59,5 Prozent für Peter Tigges - das ist ein Unterschied von 19 Prozentpunkten. Dräger hat damit das schlechteste Wahlergebnis eines SPD-Bürgermeisterkandidaten in Spangenberg seit 1945 geholt. Es gab bislang nur drei Wahlen, bei denen SPD-Kandidaten unterlegen waren - alle gegen Peter Tigges: 2003 verlor der langjährige Bürgermeister Hans-Jürgen Köbberling mit 43,3 Prozent, 2009 Martina Werner mit 49,6 Prozent und am vergangenen Sonntag Wilfried Dräger mit 40,5 Prozent.

Trost von einem Wahlverlierer

Tröstende Worte fand Mark Weinmeister (CDU) aus Guxhagen, der den Ausgang der Wahl im Sitzungssaal des Rathauses verfolgte: „Ich bin immer noch der CDU-Kandidat mit dem schlechtestem Wahlergebnis in Spangenberg.“ Der Staatssekretär für Europaangelegenheiten in Hessen hatte 1997 gegen Bürgermeister Hans-Jürgen Köbberling (SPD) kandidiert - und mit 38 Prozent der Stimmen verloren. „Ich weiß, wie Sie sich fühlen“, sagte er und empfahl Dräger: „Machen Sie weiter wie bisher, denn die Demokratie lebt davon, dass sich Menschen politisch engagieren.“

Noch am frühen Wahlsonntag hatte Bürgermeisterkandidat Dräger einen Wahlkampf-Endspurt eingelegt: Er hatte mit seinem Team nach eigenen Angaben 5000 Brötchen an die Haustüren in Spangenberg und allen Stadtteilen gehängt.

Niederlage analysieren

Kurz nach der Wahlniederlage kündigte Dräger an, dass die SPD-Gremien in den kommenden Tagen das Ergebnis analysieren werden. Erst dann werde er eine Entscheidung fällen, wie und ob er sich künftig kommunalpolitisch engagieren werde. „Ich mache keine Schnellschüsse“, sagte er gegenüber der HNA.

Interessantes zu den Wahlbezirken

Wahlsieger Tigges holte die Mehrheit in 13 von 16 Wahlbezirken. Lediglich drei Wahlbezirke gingen an den unterlegenen SPD-Kandidaten Wilfried Dräger: Schnellrode, Mörshausen und der Spangenberger Wahlbezirk Städtischer Kindergarten.

Die höchste Wahlbeteiligung gab es mit 72,15 Prozent in Herlefeld, gefolgt von Nausis (69,72 Prozent) und Weidelbach (69,16 Prozent). Die niedrigste gab es im Spangenberger Wahlbezirk Rathaus: 41,55 Prozent.

Das vorläufige Endergebnis

Peter Tigges (CDU)

59,5 Prozent

Wilfried Dräger (SPD)

40,5 Prozent

Wahlbeteiligung:

59,2 Prozent

Wähler: 2911

Gültige Stimmen: 2833

Ungültige Stimmen: 78

Das amtliche Endergebnis wird erst vorliegen, wenn der Wahlausschuss getagt hat. Die Sitzung ist am 16. November.

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