Mordprozess

Heimtückischer Mord?: Prozess gegen 24-Jährigen beginnt heute vor dem Landgericht

Gewalttat erschüttert Spangenberger Stadtteil: Im März kam dort eine Frau gewaltsam zu Tode.
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Gewalttat erschüttert Spangenberger Stadtteil: Im März kam dort eine Frau gewaltsam zu Tode.

Heute beginnt vor dem Landgericht Kassel das Sicherungsverfahren gegen einen 24-Jährigen aus Mörshausen, der mutmaßlich im März eine 53-Jährige umgebracht haben soll.

Spangenberg – Er ist wegen Mordes aus Heimtücke angeklagt. Sieben Verhandlungstage sind angesetzt, an denen unter anderem 25 Zeugen sowie Sachverständige gehört werden sollen. Mit einem Urteil ist Ende Januar zu rechnen.

Wie berichtet, soll der junge Mann seine schwer kranke Mitbewohnerin im Schlaf überrascht und in der Absicht sie zu töten, auf die schlafende Frau eingeschlagen, sie gewürgt und ihr eine Plastiktüte über den Kopf gezogen haben, bis sie verstarb. Die Tat hatte im Spangenberger Stadtteil und darüber hinaus große Bestürzung ausgelöst.

Beschuldigter sei immer freundlich gewesen

Der Beschuldigte wurde im Ort als freundlicher und hilfsbereiter junger Mann wahrgenommen, der die Getötete, die seine Vermieterin war, immer unterstützt haben soll.

Nach der Tat war er tagelang auf der Flucht, bis er sich in Den Haag der Polizei stellte. Das Gericht wird sich ab heute unter anderem mit der Frage befassen, ob der 24-jährige Marvin K. dauerhaft in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht wird.

Denn es bestehe der Verdacht, dass der Beschuldigte angesichts einer paranoiden Schizophrenie während der Tat schuldunfähig war, heißt es von der Staatsanwaltschaft.

Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus

Bei diesem Sicherungsverfahren geht es nicht um die Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe in einer Haftanstalt, sondern um die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus als Maßregel zur Sicherung oder Besserung, teilt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel mit.

Eine mögliche psychische Erkrankung schütze aber nicht vor einer Anklage wegen Mordes aus heimtückischen Motiven. Heimtücke legt laut des Sprechers der Staatsanwaltschaft zugrunde, dass bewusst die Arg- und Wehrlosigkeit des Opfers ausgenutzt worden ist. „Tatsachenkenntnisse kann auch jemand haben, der an Schizophrenie leidet“, sagt der Sprecher.

Der Schwurgerichtsprozess der 10. Großen Strafkammer beginnt heute, 11. November, um 13.30 Uhr am Landgericht in Kassel, Saal D 130. (Barbara Kamisli)

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