Firma Wikus in Spangenberg war ohne Betriebsrat

Bald Betriebsrat bei Wikus

Andreas Köppe, Gewerkschaftssekretär der IG Metall
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Andreas Köppe

Bei Wikus kann es nun doch einen Betriebsrat geben. Bislang gibt es bei dem Spangenberger Sägebandhersteller mit 600 Mitarbeitern lediglich eine Mitarbeiterkommission.

Spangenberg - Diese wurde nach HNA-Informationen im Vorfeld nicht in die Entscheidung über die zahlreichen Kündigungen eingebunden. Das Unternehmen hat kürzlich 77 Mitarbeitern gekündigt (HNA berichtete) – jetzt regt sich Widerstand in der Belegschaft.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte daraufhin zu einer Mitgliederversammlung im Gewerkschaftshaus in Kassel eingeladen, an der zahlreiche Wikusmitarbeiter teilnahmen. Dabei wurden die Wikusianer, wie die Mitarbeiten des Unternehmens genannt werden, über ihre Rechte informiert.

„Zu Kündigungen wäre es wohl auch mit einem Betriebsrat gekommen“, sagt Andreas Köppe, Gewerkschaftssekretär der IG Metall, „aber es hätte Sozialplanverhandlungen gegeben, und der Willkür wäre ein Riegel vorgeschoben worden.“ Vor allem wäre ein Betriebsrat im Vorfeld in die Beratungen über ausgesprochene Kündigungen einbezogen worden.

Nach HNA-Information wurde beispielsweise auch Mitarbeitern mit hohem Alter und langer Betriebszugehörigkeit gekündigt sowie Arbeitnehmern mit mehr als 30 Krankheitstagen im Jahr. „Damit kann das nach dem Kündigungsschutzgesetz keine saubere Auswahl gewesen sein“, sagt Köppe.

Während der Mitgliederversammlung Anfang Dezember wurde die Einleitung der Betriebsratswahlen bei Wikus einstimmig beschlossen. Daraufhin machte die Gewerkschaft Terminvorschläge, um mit der Wikus-Geschäftsleitung über Betriebsratswahlen zu beraten.

Drei Tage später hing im Unternehmen ein Zettel, wonach vier Wikusianer – mehrere sind Mitglieder der Personalabteilung – zu einer Betriebsversammlung für den 19. April 2021 einladen. Auf dieser solle der Wahlvorstand für eine Betriebsratswahl gewählt werden. Die Wikus-Geschäftsleitung teilte der IG Metall mit, dass daher der Erörterungstermin, um den die IG Metall gebeten hatte, gegenstandslos sei.

In einem internen Schreiben teilte die Geschäftsführung mit: „Wir begrüßen die Initiative, in unserem Unternehmen ernsthaft über die Installation eines Betriebsrates als rechtssicheres Organ nachzudenken.“ In den vergangenen Wochen habe sie feststellen müssen, mit der „immer offenen und transparenten“ Beteiligung der Kommission an rechtliche Grenzen gestoßen zu sein. Zu einer Stellungnahme gegenüber der HNA war die Wikus-Geschäftsführung gestern nicht bereit. (Claudia Feser)

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