1. Startseite
  2. Lokales
  3. Melsungen

Spangenberg bestellt Notstromaggregate

Erstellt:

Von: Barbara Kamisli

Kommentare

Bekommen Notstromaggregate: Feuerwehren, Verwaltung und Kläranlagen haben bald Ausrüstung für den Ernstfall. Archi
Bekommen Notstromaggregate: Feuerwehren, Verwaltung und Kläranlagen haben bald Ausrüstung für den Ernstfall. Archi © Manfred Schaake

Spangenberg macht Nägel mit Köpfen: 300 000 Euro werden in Notstromequipment zum Erhalt der kritischen Infrastruktur investiert. Das beschlossen die Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstagabend einstimmig.

Spangenberg - Bereits am Freitag waren die Aggregate und die Vorrichtungen zur Notstromeinspeisung laut Bürgermeister Andreas Rehm bestellt. Für die Investition bekommt Spangenberg als finanzschwache Kommune eine Förderung von 60 Prozent aus dem Kreisausgleichsstock, teilte der Bürgermeister in der Sitzung mit. Das bedeutet, dass sich der Eigenanteil der Stadt auf rund 120 000 Euro beläuft.

Der Punkt war kurzfristig in die Tagesordnung mit aufgenommen worden. Erst vor zwei Wochen habe der Landkreis noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass bedingt durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine auf Bundes- und Landesebene mit Stromausfällen gerechnet werden müsse. Kritische Infrastruktur wie Energieerzeuger oder Netzbetreiber könnten beispielsweise durch Hacker-Angriffe oder Überlastung der Netze durch fehlendes Gas betroffen sein, teilte Rehm mit.

„Wenn wir keinen Strom haben, dann haben wir kein Wasser, das Abwasser wird nicht abtransportiert und es gibt keine Kommunikation“, sagte Rehm. Deshalb sollen mit 14 kleineren Aggregaten alle Feuerwehrhäuser der Stadt sowie die Verwaltung ausgestattet werden.

Für die sechs Kläranlagen – fünf in den Stadtteilen und eine in der Kernstadt – werden zwei leistungsstärkere Aggregate angeschafft. Das mobile Aggregat würde im Ernstfall im Schichtbetrieb laufen, da es nicht bezahlbar sei, für jede Kläranlage ein feststehendes Gerät anzuschaffen wie für die Kläranlage in Spangenberg, sagte Rehm.

Die Kläranlagen in den Ortsteilen haben Hebeanlagen, die mit Strom betrieben werden, sollte dieser ausfallen, würde sich das Abwasser im Kanal stauen und innerhalb eines nicht vorhersehbaren Zeitraums im nächstgelegenen Haus austreten, schilderte der Bürgermeister den Ernstfall. Abwasser und Wasserversorgung müssten im Notfall in einem Schichtbetrieb mit zwei mobilen Aggregaten aufrechterhalten werden.

Um über die Aggregate Strom einspeisen zu können, müssen zudem externe Einspeisevorrichtungen angeschafft werden.

Zum Kostenanteil für Aggregate und Einspeisevorrichtungen kommen laut Beschlussvorlage noch weitere 15 000 bis 20 000 Euro für einen Treibstofftank hinzu, doch auch die könnten teilweise gefördert werden.

Bürgermeister Rehm freut sich, dass es gelungen sei, in der Kürze der Zeit ein Konzept zu erstellen und entsprechende Angebote einzuholen und mit dem Beschluss der Stadtverordneten die Angelegenheit unter Dach und Fach zu bringen. (Barbara Kamisli)

Auch interessant

Kommentare