Ein Suppentopf für vier Dörfer: Treffen sollte Bewohner von Hilgershausen, Beuern, Helmshausen und Hesserode zusammenbringen

Treffen der Stadtteile und der Generationen: Zum Hochland-Eintopf waren auch Petra Scharnofske, Ken Fenner (5 Jahre) und Lena Röser (vorne von links) sowie Gudrun Hühner, Lieselotte Fenner, Friedel Theiss und Karl Pfannkuch (hinten von links) gekommen. Jeder Besucher brachte etwas geschnippeltes Gemüse mit, das dann zur Suppe für alle verarbeitet wurde. Foto: Féaux de Lacroix

Hilgershausen. Ein verführerischer Duft zog am späten Freitagnachmittag durch Hilgershausen: Vor dem Dorfgemeinschaftszentrum dampfte ein riesiger Suppentopf, aus dem später rund 40 Menschen satt werden sollten.

Die Ortsbeiräte Hilgershausen, Beuern, Hesserode und Helmshausen hatten zum Hochland-Eintopf eingeladen, weil sie die Bewohner der vier Felsberger Stadtteile näher zusammenbringen wollten. Und dieser Einladung waren viele gerne gefolgt.

Nachbarschaftshilfe als Ziel

Zu den Besuchern gehörte auch Elisabeth Müller. Die 60-Jährige lebt erst seit einem Jahr in Beuern - und wollte die Gelegenheit nutzen, um neue Leute kennenzulernen. „Das ist etwas Neues. Ich wollte einfach sehen, was daraus werden kann“, sagte Müller über die Initiative „Wir im Hochland“, die die vier Ortsbeiräte gegründet haben.

„Mal sehen, welche Gemeinschaften man schmieden kann“, sagte Volker Papenhagen (73) aus Hesserode. Die Gesellschaft werde immer anonymer: „Wir müssen stärker aufeinander achtgeben.“

Und genau das ist das Ziel von „Wir im Hochland“: eine Nachbarschaftshilfe zwischen den vier Stadtteilen im Hochland anzustoßen. „Wir sind hier recht weit weg von der Felsberger Kernstadt“, erklärte Hesserodes Ortsvorsteherin Bärbel McEnaney. Umso wichtiger sei es, dass die Bewohner der vier Stadtteile zusammenhalten und sich gegenseitig helfen. Das ist auch Hermine Hilgenberg (79) und Meta Koch (76) aus Hilgershausen wichtig: „Wir wollen die Gemeinschaft aufrechterhalten“, sagten sie. Die beiden Frauen profitieren schon jetzt von Nachbarschaftshilfe: „Man findet immer jemanden, der einen dorthin fährt, wo man hin muss.“

Die Idee einer Nachbarschaftshilfe über Stadtteilgrenzen hinweg unterstützt auch Markus Kink von der Koordinierungsstelle für Senioren und Generationenhilfe im Landkreis. Er war ebenfalls zum Eintopfessen in Hilgershausen gekommen und gab Anregungen, wie Nachbarschaftshilfe funktionieren kann. Die Möglichkeiten reichen von gegenseitiger Unterstützung im Haushalt oder im Garten über Fahrdienste bis hin zum gemeinsamen Essen. Auch Lotsen, die sich um neu Zugezogene kümmern, oder die Einrichtung eines Erzählcafés sind mögliche Ansätze. „Ich höre von den Leuten ganz oft: Sowas brauchen wir nicht“, berichtete Kink. „Aber wir müssen für die Zukunft vorbauen.“ Denn die Struktur in den Dörfern verändere sich zusehends: „Dass drei Generationen unter einem Dach leben, das gibt es schon lange nicht mehr.“ Das Dorf müsse deshalb die Familie ersetzen.

• Das nächste Treffen von „Wir im Hochland“ findet am 16. Oktober ab 19 Uhr im Dorfgemeinschaftshaus Hesserode statt. Alle Interessierten sind eingeladen.

Von Judith Féaux de Lacroix

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