Vergabe erfolgt per Zufallsprinzip – Impfdosen abhängig von Einwohnerzahl

Priorisierungsgruppe 3: Terminvergabe für Coronaimpfung im Schwalm-Eder-Kreis nimmt Fahrt auf

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Mehr Impfstoff verfügbar: Auch im Landkreis nimmt die Impfkampagne Fahrt auf.

Schwalm-Eder – Die bundesweite Impfkampagne nimmt Fahrt auf. So auch im Schwalm-Eder-Kreis. Ab jetzt werden im Landkreis auch Termine für die Angehörigen der Priorisierungsgruppe 3 vergeben. Alle Personen der Gruppen 1 und 2 erhielten dabei selbstverständlich nach wie vor einen Termin, heißt es von der Kreisverwaltung.

51 297 Menschen im Landkreis erhielten bisher ihre erste oder beide Impfungen. Der Schwalm-Eder-Kreis liegt mit 28,5 Prozent dabei unter dem Hessenschnitt. Dieser beträgt für Menschen mit erster und zweiter Impfung 37 Prozent.

Spitzenreiter beim Impfen in der Region ist die Stadt Kassel. Das liege unter anderem daran, dass es bis Anfang Februar nur in Kassel ein regionales Impfzentrum gegeben habe, auch wenn dort Menschen aus Nordhessen geimpft worden seien, heißt es vom hessischen Innenministerium, das für die Impfkampagne verantwortlich ist. In Kassel gebe es außerdem überproportional mehr Berufstätige aus den Priorisierungsgruppen 1 und 2. Das Ministerium lieferte auch eine Erklärung für die teilweise nicht nachvollziehbare Terminvergabe: So würden die Termine ab Priorisierungsgruppe 3 nach dem Zufallsprinzip vergeben. Es gebe keinen Zusammenhang mit dem Zeitpunkt der Anmeldung. Die Vergabe der Impfdosen richte sich nach der Zahl der Einwohner.

In Landkreisen, in denen es noch verhältnismäßig mehr Ungeimpfte der Gruppen 1 und 2 gebe, könnte es nach dem Willen von Innenminister Peter Beuth zusätzliche Impfdosen geben.  

Das hessische Innenministerium erklärt auf HNA-Nachfrage die Unterschiede in den Regionen so: Grund sei, dass die Verteilung der Bevölkerung in Hessen sehr unterschiedlich ist. In einigen Teilen des Landes lebten im Durchschnitt vergleichsweise weniger ältere Menschen als in anderen, heißt es von einem Ministeriumssprecher. Deshalb seien in einigen Impfzentren derzeit bereits Impfungen der Priorisierungsgruppe 3 gestartet, in anderen sei dies noch nicht der Fall.

Das bestätigt der Landkreis: Im Schwalm-Eder-Kreis gibt es nach Angaben der Kreisverwaltung vergleichsweise viele ältere Menschen, die den Priorisierungsgruppen 1 und 2 angehören. Zudem ist die Dichte der Alten- und Pflegeheime im überregionalen Vergleich hoch. Mit Beginn der Impfungen mussten daher vergleichsweise viele Impfungen durch die mobilen Impfteams vorgenommen werden.

Da sich noch immer täglich mehrere Hundert Angehörige der Gruppe 1 und mehrere Tausend der Gruppe 2 für eine Impfung in den Zentren registrierten, würden auch weiterhin Termine an diese Menschen verschickt werden. Generell halte sich das Land an die Corona-Impfverordnung des Bundes, die auf einer Empfehlung der Ständigen Impfkommission beruhe.

Erfreulich sei das System der Impfspringer: Das System funktioniere gut, berichtet Kreissprecher Stephan Bürger. Über die Nachrückerliste seien bereits viele Menschen geimpft worden. Sobald an einem Tag Impftermine nicht wahrgenommen werden, begännen die Kollegen im Impfzentrum die Nachrückerliste abzutelefonieren, um auf der Liste eingetragene Personen einen kurzfristigen Impftermin anzubieten.

Auf der Liste haben sich seit dem 7. April etwa 9400 Menschen registrieren lassen. Um eine Nachrückerin oder einen Nachrücker für einen kurzfristigen Impftermin zu finden, seien oft mehrere Telefonate notwendig, da Schnittstellen zwischen Terminvergaben bei den Hausärzten und den Impfzentren fehlten. Das bedeute einen erheblichen Arbeitsaufwand für die Mitarbeiter des Impfzentrums. „Unsere Maxime bleibt aber weiterhin, dass alle zur Verfügung stehenden Impfdosen zeitnah verimpft werden.“

Um möglichst einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen, sollen unbedingt Ter-mine im Landesportal storniert und die Registrierung gelöscht werden, wenn die Impfung bei einem Hausarzt erfolgt ist. „Nur so können diese für andere Personen freigegeben werden“, wiederholt Bürger den Appell an die Bevölkerung im Schwalm-Eder-Kreis.

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