Brand in Felsberg

Zwei Tage alter VW Golf explodiert während der Fahrt – Nur 300 Kilometer gefahren

Das Wrack eines Hybridfahrzeugs in Felsberg-Hilgershausen (Hessen). Die Feuerwehr musste nach einer Explosion und einem anschließenden Brand zur Löschung anrücken.
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Das Wrack des Hybridfahrzeugs in Felsberg-Hilgershausen (Hessen). Die Batterie machte der Feuerwehr zu schaffen.

Bei einem Unfall in Felsberg ging ein VW Golf während der Fahrt plötzlich in Flammen auf. Der Explosionsknall war noch Kilometer entfernt zu hören.

Felsberg - Großes Glück hatte am Samstagabend (13.02.2021) ein Paar aus Felsberg-Hilgershausen, das um 22 Uhr auf der Heimfahrt war. Als die 46-jährige Fahrerin die Raiffeisenstraße in Felsberg befuhr, explodierte der zwei Tage alte VW-Golf 8 Hybrid. Das Auto war erst 300 Kilometer gefahren.

Wie die Fahrerin und ihr 46-jähriger Partner sagten, gab es plötzlich einen blauen Blitz und eine ganz mächtige Explosion, bei der alle Scheiben aus dem Fahrzeug flogen. Der Explosionsknall war so laut, dass er sogar über mehrere Kilometer entfernt in Gensungen und Heßlar (Stadtteile von Felsberg in Hessen) gehört wurde.

Explosion in Felsberg: Auto brennt auf der Fahrbahnmitte

Dem Beifahrer flog die Brille vom Kopf und er klagte anschließend über Probleme beim Hören. Der Golf stand innerhalb weniger Sekunden in Flammen. Die beiden Insassen konnten sich gerade noch ins Freie retten. Anwohner, die durch den Knall der Explosion auf den Fahrzeugbrand aufmerksam geworden waren, alarmierten sofort die Feuerwehr.

Als die ersten Einsatzkräfte aus Hilgershausen an der Brandstelle ankamen, stand das Auto lichterloh brennend mitten auf der Fahrbahn. Zu retten gab es nichts mehr, denn das Auto stand im Vollbrand.

In Felsberg-Hilgershausen (Hessen) explodiert ein Auto während der Fahrt. Die Feuerwehr muss den Brand löschen.

Atemschutzgeräteträger gingen mit mehreren Strahlrohren gegen den Fahrzeugbrand vor. Doch die Reaktionen in den brennenden Batterien führten immer wieder zum Auflodern der Flammen. Für die Einsatzkräfte kam erschwerend hinzu, dass Temperaturen von 16 °C unter dem Gefrierpunkt, das Löschwasser auf der Straße sofort gefrieren ließen. Stürze, die aber glücklicherweise alle glimpflich abgingen, waren bei diesen Voraussetzungen unvermeidbar.

Auto-Brand in Felsberg: Batterie musste mehrfach runtergekühlt werden

Bevor das Wrack von einem Abschleppunternehmen aufgeladen werden konnte, wurde mit der Wärmebildkamera nochmal die Temperaturen der Batterien im Heck des Fahrzeuges gemessen. Sie waren schon wieder stark angestiegen. Daher wurde nochmal mit viel Wasser gekühlt. Das Fahrzeug wurde anschließend zum Betriebshof des Abschleppers nach Remsfeld gebracht. Dort wird das komplette, total ausgebrannte Fahrzeug, in einen Spezialcontainer geladen.

Diesen Container hat das Abschlepp- und Bergungsunternehmen erst vor wenigen Wochen, speziell für Brände mit Elektrofahrzeugen angeschafft. Damit die nach wie vor reagierenden Batterien nicht wieder zu brennen anfangen, wird der Container mit Wasser geflutet. Hier drin muss das Fahrzeug dann mehrere Tage stehen, bis keine Gefahr eines Wiederaufflammens durch die Reaktionen der Zellen in den Batterien mehr besteht.

Explosion in Felsberg: Schaden an Auto und Straße

Die Polizei, die ebenfalls vor Ort war, geht von einem Gesamtschaden von 45.000 Euro aus. Davon entfallen allein etwa 40.000 Euro auf das Fahrzeug. Ursache ist vermutlich ein technischer Defekt in den Batterien. Durch die hohen Temperaturen, die bei dem Brand entstanden sind, wurde auch die Teerdecke der Raiffeisenstraße sehr stark beschädigt.

Noch am Abend sperrte ein Mitarbeiter des Felsberger Bauhofes den Straßenbereich von der Einmündung in den Iller bis zur Straße an der Linde. Durch die mehrere Zentimeter hohe Eisschicht, die das Löschwasser auf der Straße hinterlassen hat, und die Schäden an der Fahrbahnoberfläche durch die Hitzeeinwirkung der Flammen ist sie nicht befahrbar.

Insgesamt waren 22 Einsatzkräfte der Wehren aus Hilgershausen und der Kernstadt unter der Leitung von Stadtbrandinspektor Stefan Dippel an der Brandstelle. Das Löschwasser wurde aus einer Zisterne in der Ortsmitte von Hilgershausen und den Löschwassertanks der Einsatzfahrzeuge entnommen. Dabei achteten die Einsatzkräfte besonders darauf, dass das Löschwasser in den Schläuchen nicht zum Stillstand kam, denn dann wäre es bei der enormen Kälte sofort gefroren. Der Einsatz war erst nach Mitternacht beendet. Über den Vorfall berichtet auch 24auto.de.* Im Januar 2020 kam eine Frau bei Felsberg mit ihrem Auto bei einem Unfall von der Straße ab. (zot) *hna.de und 24auto.de sind Teile des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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