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Vor einem Jahr überraschte eine Flut Deutschland

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Von: Barbara Kamisli

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Hilfe vor Ort: Das Organisationsteam in Odendorf rund um Nicole Kaspers (links im Bild) bekommt Geschenkkartons von Andreas Möller, Tobias Polinski und Sven Rogler überreicht.
Hilfe vor Ort: Das Organisationsteam in Odendorf rund um Nicole Kaspers (links im Bild) bekommt Geschenkkartons von Andreas Möller, Tobias Polinski und Sven Rogler überreicht. © Foto: Wikus

Als Sven Rogler aus Spangenberg vor einem Jahr die verheerenden Bilder der Flut gesehen hat, war für ihn klar, dass er helfen muss.

Melsungen/Spangenberg – Er organisierte gemeinsam mit der Feuerwehr Spangenberg und Freunden zahlreiche Hilfsaktionen für die Menschen in Odendorf im Swisstal. Brennholz, Kleidung, Geld – alles wurde nach Odendorf im Swisstal gebracht.

Seine Frau Yvonne nähte Mützen, viele andere spendeten Dinge und Geld, die dann nach Odendorf gebracht wurden.

Solidarität ist wichtig

Doch damit nicht genug, die Helfer griffen auch noch tatkräftig mit an beim Sanieren und dem Wiederaufbau. Ein Jahr später sagt Rogler, dass er sich jeder Zeit wieder genauso entscheiden würde. Er will bei der Gedenkfeier in Odenorf dabei sein, auch wenn er den Geburtstag seiner Frau deshalb verpasst. „Solidarität ist einfach wichtig“, sagt Rogler. Man könne nicht immer nur zuschauen, und hoffen, dass andere helfen.

Kai Imsande, der in Odendorf als Koordinator für die zu beseitigenden Schäden verantwortlich ist, sagt, dass mittlerweile alles ganz gut läuft. „Aber es gibt trotzdem noch eine Menge zu tun.“

Die Anteilnahme, die aus vielen Bereichen Deutschlands – darunter auch Spangenberg – zusammengekommen sei, sei großartig gewesen.  „Wir sind sehr dankbar für diese Hilfe“, sagt Imsande.

Die alten Wunden werden aufreißen

Heute, so sagt er, wird es schwierig sein, wenn sich der Tag der Katastrophe jährt. Es werde bei vielen alte Wunden aufreißen. Es gibt die, bei denen sie noch nicht geheilt sind und die, bei denen sie am Jahrestag neu aufreißen werden.  

Die Solidarität, die man erfahren habe, sei sehr wichtig. Durch die Hilfen seien auch viele Freundschaften entstanden. „Die Anteilnahme tut gut“, sagt Imsande. Man wolle abgekoppelt vom Jahrestag der Flut, ein Fest für die Helfer organisieren. „Heute würde das nicht passen.“ Denn es geht nicht nur um materielle Verluste, sondern auch um die Menschen, die in der Flut ihr Leben lassen mussten. „Das Leben geht weiter, aber an dem Tag zu feiern, an dem wir auch der Menschen gedenken, die wir verlorenen haben, wäre falsch“, sagt Imsande.

Auch Gisela Witzel, die in der Region dafür bekannt ist, für Bedürftige Spenden zu sammeln, hatte sich entschieden, für die Menschen in den überfluteten Gebieten zu spenden.

Sie will demnächst selbst wieder in die Region Schuld fahren, um das gespendete Geld abzugeben. „Das mache ich gern selbst, denn ich will immer sehen, das das Geld ankommt“, sagt Witzel. Sie ist dafür bekannt, dass sie das Geld ihrer Spender gern persönlich abgibt. „Ich werde auch noch weiter sammeln“, sagt Witzel.

(Barbara Kamisli )

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