Vorsicht Verbrennungsgefahr: Riesenbärenklau wächst auch in der Region

Bloß nicht berühren: Die BUND-Mitglieder Heide Emrich und Irmtraut Mänz (von links) begutachten vorsichtig einen Riesenbärenklau, der kurz vor dem Melsunger Ortsausgang Richtung Schwarzenberg wächst. Foto: Féaux de Lacroix

Melsungen. Er ist hübsch anzusehen, aber gefährlich: die Herkulesstaude, auch Riesenbärenklau genannt. Die Pflanze breitet sich auch im Kreisteil Melsungen aus.

Wer die zum Teil mehrere Meter hohen Stauden mit den weißen Blütenständen sieht, sollte Abstand halten - denn wer Blüten oder Blätter berührt, riskiert Verbrennungen.

Von einem Problem in der Region will der Melsunger Forstamtsleiter Jan Stetter zwar noch nicht sprechen. „Wir mussten in diesem Jahr noch keine großen Vernichtungsaktionen machen“, sagt er. „Allerdings ist die Begegnung mit dem Riesenbärenklau gerade bei der aktuellen Witterung mit hoher UV-Intensität besonders gefährlich.“ Denn eine Berührung mit der Pflanze mache die Haut hyperempfindlich für Sonneneinstrahlung.

„Man kriegt diese Pflanze kaum weg“, sagt Irmtraut Mänz, Vorstandsmitglied des BUND-Ortsverbands Melsungen. Der Riesenbärenklau vermehrt sich über seine Samen - und davon hat er irrsinnig viele: Bis zu 50 000 Samen kann eine ausgewachsene Pflanze bilden.

Jetzt im Sommer hat der Riesenbärenklau seine volle Größe erreicht und kann damit auch reichlich Samen verteilen. Weil er sich so schnell vermehrt, sollte man den Riesenbärenklau vernichten, solange nur wenige Pflanzen an einer Stelle wachsen. Denn: „Wenn ersteinmal eine große Fläche komplett mit Riesenbärenklau bewachsen ist, hat man keine Chance mehr dagegen“, sagt Irmtraut Mänz.

„Wir würden uns wünschen, dass es eine Meldepflicht für die Pflanzen gibt“, sagt Heide Emrich, ebenfalls BUND-Mitglied. Dann wäre es leichter, die Vermehrung der Pflanze zu stoppen, erklärt sie.

Tipps für den richtigen Umgang mit dem Riesenbärenklau:

1. Haut mit Seife abwaschen

Gelangt Pflanzensaft auf die Haut, sollte die sofort mit Wasser und Seife abgewaschen werden und gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden. Die betroffenen Stellen sollten für zwei Tage nicht dem Sonnenlicht ausgesetzt werden. Die größte Gefährdung durch Sonnenlicht besteht 30 Minuten bis zwei Stunden nach dem Hautkontakt.

2. Ausgraben und Abstechen

Die Herkulesstaude hat eine rübenförmige Speicherwurzel. Nur aus deren oberen Teil kann die Pflanze wieder austreiben. Deshalb sollte die Pflanze im Frühjahr und im Herbst durch Abstechen der Wurzel 10 bis 15 Zentimeter unter der Erdoberfläche abgetötet werden. Tiefere Wurzelteile treiben nicht mehr aus, sondern verrotten im Boden. Der abgestochene Wurzelteil sollte vom Laub abgetrennt und mit der Schnittfläche nach oben ausgelegt werden.

3. Blütenstände entfernen

Die Blütendolden sollten nicht vor der beginnenden Samenreife abgeschnitten werden, da sonst neue Dolden gebildet werden. Wenn die Hauptdolde ausgeblüht hat und schon Samen ansetzt, verfärben sich die Blätter der Herkulesstaude gelb und die Pflanze beginnt abzusterben. In diesem Stadium müssen die Samenstände im Plastiksack entfernt und über den Restmüll entsorgt werden. Auf keinen Fall sollten die Dolden auf den Flächen liegengelassen werden, da die Samen selbst an den abgeschnittenen Dolden reifen.

4. Handschuhe und Schutzbrille tragen

Wer den Riesenbärenklau bekämpfen will, sollte dazu vollständige Bekleidung, Handschuhe und eine Schutzbrille mit seitlichem Schutz tragen. Am besten nimmt man die Arbeiten bei bedecktem Himmel oder abends vor, wenn die Sonneneinstrahlung nicht so stark ist. Freischneider sollten wegen der Spritzgefahr des Pflanzensaftes nicht verwendet werden.

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