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VR Bank Schwalm-Eder legt trotz Krisen zu

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Von: Damai Dewert

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Trotz düsterer Wolken eine gute Bilanz: Krieg und Pandemie belasten Bankgeschäft. Die Vorstandsvorsitzenden der VR Partnerbank (von links) Stefan Kördel, Anja Kuckuck-Peppler und Kai Mardorf sind dennoch zufrieden.
Trotz düsterer Wolken eine gute Bilanz: Krieg und Pandemie belasten Bankgeschäft. Die Vorstandsvorsitzenden der VR Partnerbank (von links) Stefan Kördel, Anja Kuckuck-Peppler und Kai Mardorf sind dennoch zufrieden. © Damai Dewert

Die VR Partnerbank Schwalm-Eder Chattengau steht solide da – trotz Coronapandemie und Krieg in der Ukraine.

Schwalm-Eder – Für die fast 30 000 Mitglieder im Schwalm-Eder-Kreis und in Fuldabrück gibt es in diesem Jahr 1,5 Prozent Dividende auf die Genossenschaftsanteile und zusätzlich den Mitgliederbonus. Die Bilanzsumme der Bank stieg 2021 um 6,7 Prozent auf 1,477 Milliarden Euro.

Damit sei die Bank angesichts des sehr schwierigen Umfelds sehr zufrieden, sagt Kai Mardorf, der mit Stefan Kördel und Anja Kuckuck-Peppler den Vorstand führt.

Die Rahmenbedingungen

Die Coronapandemie habe den Haushalten, der heimischen Wirtschaft und natürlich auch der VR Bank zugesetzt. Dies sei aber kein Vergleich zu den Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine: „Das hat uns natürlich überrascht und zurückgeworfen“, sagt Mardorf. Die Wirtschaft habe die zwei Jahre Pandemie überraschend gut überstanden. Die aktuellen Auswirkungen seien aber immens.

Die hohen Energiepreise befeuerten die Inflation, die Haushalte würden stark belastet. Die Geldwertstabilität sei Aufgabe der Europäischen Zentralbank (EZB). Höhere Zinsen verlangsamten die Inflation, die Wirkung werde aber dauern. Für die EZB sei es ein Spagat zwischen Wachstum und Inflation. Den Kreditmarkt werde der Zinsanstieg sicher beeinflussen. In diesem Jahr sei durchaus noch mit einer Steigerung auf bis zu vier Prozent zu rechnen, sagt Mardorf. Zum Vergleich: Wurden in einem Jahr für einen Kredit zu einem Prozent 3000 Euro Zinsen fällig, würden für denselben neu abgeschlossenen Kredit nun 12 000 Euro Zinsen per Anno anfallen, rechnet Mardorf vor.

Das Kreditgeschäft

Insbesondere das Kreditgeschäft mit den Kunden aus der Region sei Motor in schwierigen Zeiten. Das Volumen der Kundenkredite stieg um 113 Millionen Euro auf 1,2 Milliarden Euro – ein Plus von 10,3 Prozent.

1000 Kredite hat die Bank 2021 neu vergeben. Davon 250 an Firmen und Selbstständige. Die Quote liege deutlich über dem Verbandsdurchschnitt. Im privaten Bereich habe es sich überwiegend um Immobilienkredite gehandelt.

Insofern sei die stete Erhöhung des Eigenkapitals wichtig, sagt Kuckuck-Peppler. Das tragfähige Eigenkapital belaufe sich auf 194,2 Millionen Euro. Ab dem kommenden Februar verlangt die deutsche Bankenaufsicht (Bafin) mehr Eigenkapital für die Absicherung von privaten Baufinanzierungen.

Die Förderbilanz

Mehr als drei Millionen Euro Steuern hat die Bank in den 13 Kommunen im Landkreis und in Fuldabrück bezahlt. Heimische Firmen wurden außerdem mit Aufträgen in Höhe von 2,75 Millionen Euro bedacht und 250 000 Euro wurden über verschiedene Förderungen direkt an Vereine, Institutionen und Verbände ausgeschüttet. Als größere Projekte nennt Kördel die Unterstützung der heimischen THW-Ortsgruppen. „Die Berichte der ehrenamtlichen Helfer aus dem Ahrtal sind sehr bewegend gewesen“, berichte Kördel. Zahlreiche Schulklassen seien mit Bewegungsspielen in den Klassenkisten ausgestattet worden und mit der Aktion „Morgen kann kommen“ wurde vielen Vereinen geholfen.

Die Beratung

Die digitalen Beratungsformate würden kontinuierlich ausgebaut, sagt Kördel. Im Mai habe es 3000 Beratungskontakte gegeben. Das Angebot einer Beratung über Video gebe es nun in Melsungen, Gudensberg, Fritzlar und Homberg.

Der Ausblick

Für verschiedene Aktionen der Kunden pflanzt die Bank Bäume – 3000 sind es bereits. Das Thema Nachhaltigkeit begleite die Bank mittlerweile in allen Geschäftsbereichen und werde immer weiter ausgebaut. Dies sei auch ein Thema beim Agrar-Dialog am 21. Juni ab 19 Uhr im Kartoffel-Eck in Mardorf mit Referent Prof. Dr. Reiner Langosch von der Andreas-Hermes-Akademie.

(Damai D. Dewert)

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