Warnanlage außer Betrieb: Dreijährige Pause in der Ostheimer Senke

Ein Kreuz auf der Anzeigetafel: Die Verkehrswarnanlage in der Ostheimer Senke bleibt außer Betrieb. Für zunächst drei Jahre, erklärt Hessen Mobil.

Ostheim – Die Nebelwarnanlage auf der Autobahn 7 in der Ostheimer Senke wird probeweise für zunächst drei Jahre außer Betrieb genommen.

 Das hat das Straßen- und Verkehrsmanagement Hessen Mobil auf Anfrage der HNA mitgeteilt.

In den nächsten drei Jahren werden die Wetterdaten beobachtet und eine kontinuierliche Unfallanalyse vorgenommen, erklärte Hessen Mobil-Sprecher Marco Lingemann. Die Verkehrswarnanlage war 1985 in Betrieb genommen worden. Anfang der 1970-er-Jahre hatten sich in der Ostheimer Senke zweimal an einem Karfreitag schwere Massenkarambolagen ereignete. An sonnigen Tagen war morgens in der Senke plötzlich Nebel aufgetreten. Die Installation der Warnanlage war auch auf die intensive und nachhaltige HNA-Berichterstattung über weitere schwere Unfälle und deren Folgen zurückzuführen.

Da die alten, störanfälligen Messstationen der Nebelwarnanlage keine zuverlässigen Daten mehr liefern, hat Hessen Mobil nach Angaben Lingemanns eine neue Messstation aufgebaut, die die Wetterdaten erfasst. „Die Anlage war zuletzt sehr störanfällig”, sagt Lingemann. An manchen Tagen habe die Anlage bei Sonnenschein vor Nebel gewarnt. Lingemann: „Die Technik der Anlage ist derart veraltet, dass es für viele Elemente keine Ersatzteile mehr gibt.” Das betreffe sowohl die Sensorik zur Erfassung des Wetters, die EDV zur Interpretation der Daten als auch die Anzeigetafeln.

Für eine Erneuerung der Nebelwarnanlage ist nach Angaben des Sprechers nachzuweisen, dass in diesem Bereich weiterhin der Bedarf dafür bestehe: „Wir haben beobachtet, dass sich das kleinräumige Klima in der Ostheimer Senke mit der fortschreitenden Bebauung in den vergangenen Jahren verändert hat.” Dabei seien die Nebelereignisse dort drastisch zurückgegangen, formuliert Lingemann. In den vergangenen Jahren sei im Bereich der Ostheimer Senke kein Unfall mit der Ursache Nebel verzeichnet worden. Die Technik hatte, wie Lingemann erläutert, einzig die Funktion, vor Nebel zu warnen. Und das beinhaltete auch das Anzeigen erforderlicher Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie Stauwarnungen. Die bisherige Nebelwarnanlage erfülle bei Weitem nicht die Anforderungen an eine moderne Anlage zur Verkehrsbeeinflussung. Lingemann: „Eine Verkehrslenkung ist mit der Nebelwarnanlage nicht möglich.” Eine sogenannte Streckenbeeinflussungsanlage gebe es zum Beispiel auf der Autobahn 5 zwischen Reiskirchen und Homberg an der Ohm. Dort seien auf einer Länge von rund 20 Kilometern spurenbezogene Anzeigen zur Verkehrslenkung installiert.

Die Empfehlung, die Ostheimer Anlage probeweise für drei Jahre außer Betrieb zu nehmen, kommt von der hessischen Autobahnkommission. Die setzt sich aus Vertretern der Straßenverkehrsbehörde, der Polizei und Hessen Mobil zusammen.

Bei der Untersuchung von Unfällen habe die Kommission die Aufgabe, diese zu bewerten „und für geeignete Maßnahmen zur Bekämpfung des Unfallgeschehens zu sorgen”, erklärt Marco Lingemann.

Polizei: "Zuletzt keine schweren Unfälle"

„Aus Sicht der zuständigen Polizeiautobahnstation Baunatal ist die Situation in der Ostheimer Senke, insbesondere seit den baulichen Veränderungen im Bereich der Fahrbahn, unproblematisch.” Das sagt auf Anfrage Hauptkommissar Matthias Mänz, Leiter der Pressestelle beim Polizeipräsidium Nordhessen. Mit den baulichen Veränderungen sind die grundhafte Erneuerung und Anhebung des Fahrbahnprofils sowie die Trockenlegung eines angrenzenden Feuchtgebietes gemeint. Schwere Unfälle seien zuletzt nicht passiert, sagt Mänz. Mit Blick auf die Zeiten vor den baulichen Veränderungen, als Nebel die Sichtweite mitunter stark eingeschränkt habe, habe die Warnanlage aus Sicht der Autobahnpolizei positive Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit gehabt. Die je nach Situation geschalteten Geschwindigkeitsbeschränkungen seien vom Gros der Verkehrsteilnehmer beachtet worden. Auch die tatsächliche Verkehrssituation habe sich durch die baulichen Veränderungen verbessert. Die Entscheidung, ob die Anlage nun aus Sicht der Verkehrssicherheit modernisiert oder neu installiert werde, obliege der zuständigen Straßenverkehrsbehörde.

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