Warten auf die Organspende: Niclas Proksch braucht eine neue Niere

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Sie hoffen auf eine Organtransplantation: Niclas Proksch (von links) mit seinen Eltern Jürgen und Heike.

Ostheim. Der 16-jährige Niclas Proksch aus Ostheim hofft auf eine Spenderniere. Eine Organspende würde ihm endlich ein normales Leben ermöglichen - ohne die drei Dialysetermine pro Woche.

Er liebt Computerspiele, trifft sich gern mit Freunden und macht gerade seinen Führerschein: Auf den ersten Blick ist Niclas Proksch aus Ostheim ein ganz normaler Jugendlicher. Doch der Alltag des 16-Jährigen unterscheidet sich enorm von dem Gleichaltriger: Dreimal pro Woche muss er zur Dialyse, da seine Nieren nicht mehr eigenständig arbeiten.

Dass Niclas krank ist, stellte sich schnell nach seiner Geburt heraus. „Seine Nierenwerte waren sehr schlecht, und auch Blase und Harnleiter waren geschädigt“, sagt Mutter Heike Proksch. Es folgten unzählige Operationen und Klinikaufenthalte. „Die ersten Lebensjahre hat Niclas fast ausschließlich in Krankenhäusern verbracht.“

Mit einer künstlichen Blase zu leben und täglich Medikamente einzunehmen, daran hatte sich der 16-Jährige längst gewöhnt. Und auch die vielen Kontrolluntersuchungen gehörten zu seinem Alltag. „Einmal im Quartal musste ich zu Tests nach Marburg“, erzählt er. Dort befindet sich das KfH-Nierenzentrum für Kinder und Jugendliche, das sich auf die Betreuung junger Patienten mit Niereninsuffizienz spezialisiert hat. Doch nach einem Termin im vergangenen Oktober kam die Schocknachricht: Niclas’ Nieren haben ihre Funktion vollkommen eingestellt.

Seitdem muss der 16-Jährige dreimal pro Woche zur Dialyse. Und das ist vor allem eines: zeitaufwendig. An den Dialyse-Tagen wird Niclas bereits nach der dritten Schulstunde per Taxi nach Marburg gebracht, wo sein Blut vier Stunden lang gereinigt wird. „Das ist ganz schön langweilig“, sagt er. Zudem verpasst er natürlich wichtigen Schulunterricht, weshalb er einmal wöchentlich am Nachmittag zusätzlichen Heimunterricht bekommt.

Die Situation ist für Familie Proksch sehr belastend, deshalb hofft sie auf eine Spenderniere für Niclas. „Seit Oktober steht er auf der Liste von Eurotransplant“, sagt Heike Proksch. Sie selbst kommt aufgrund einer Brustkrebserkrankung nicht als Spenderin in Frage, und auch Vater Jürgen scheidet aus medizinischen Gründen aus. „Wir warten täglich auf den erlösenden Anruf, dass es ein Organ für unseren Sohn gibt.“

Für Niclas Proksch wäre eine Spenderniere der Weg in die Normalität. Im kommenden Jahr möchte er gern eine Ausbildung beginnen. „Doch mit Dialyseterminen an drei Tagen pro Woche ist eine Lehre eher schwierig“, weiß der 16-Jährige.

Helfen könne ihnen derzeit wohl niemand, sagt Heike Proksch. „Wir möchten allerdings an die Menschen appellieren, sich mit dem Thema Organspende auseinander zu setzen.“

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