Autarkes Wassernetzwerk

Malsfelder Wasser endlich frei von Kalk: Neue Technik für den Tiefbrunnen Clausbach

Haben die neue Entkalkungsvorrichtung im Blick: von links Marco Hadem und Edgar Krippendorf.
+
Haben die neue Entkalkungsvorrichtung im Blick: von links Marco Hadem und Edgar Krippendorf.

Das Wasser in Malsfeld ist nun nicht mehr so stark kalkhaltig. Seitdem der Tiefbrunnen Clausbach im Jahr 2018 wieder an das Trinkwassernetz der Gemeinde Malsfeld angeschlossen wurde, hatte der Großteil der Malsfelder mit Kalkrückständen zu kämpfen.

Die Kosten für die Entkalkungsvorrichtung mit Bau und Planung betragen 218 000 Euro. Knapp 130 000 Euro werden von der Hessenkasse übernommen, erklärt Herbert Vaupel gegenüber der HNA. Die Kosten waren im Haushalt 2020 eingeplant (HNA berichtete). Der Tiefbrunnen Clausbach ist einer von vier Brunnen der Gemeinde Malsfeld, die ein völlig autarkes Wassernetzwerk hat und nicht an das Gruppenwasserwerk angeschlossen ist, erklärt Vaupel.

Um Kalk aus dem Wasser zu filtern, wird nun mit einem Flachbettbelüfter das Wasser entgast, erklärt Carsten Haupt, Diplom-Geologe vom Planungsbüro HPC in Fuldabrück. Er war für die Planung zuständig und erklärt, dass das Wasser zu Beginn einen Härtegrad von 14 bis 15 hatte. „Das ist ein sehr schlechter Wert, nun haben wir einen Wert von knapp neun“, sagt er.

Mit der neuen Entkalkungsgvorrichtung sind die Arbeiten aber noch nicht abgeschlossen, sagt Haupt. In der zweiten Jahreshälfte soll auch die Anlagetechnik aus den 1970er-Jahren ausgetauscht werden. Denn auch der Eisenwert sei nicht optimal und würde nach einiger Zeit dann braune Rückstände in den Abflüssen hinterlassen, erklärt Haupt. Dafür sollen neue Druckfilteranlagen installiert werden.

Der Clausbachbrunnen war bis 2017 an die Betreiber der Wildsbergquelle verpachtet und diente der Mineralwasserherstellung. Tennet musste für den Bau der 380-KV-Leitung Wahle-Mecklar der Gemeinde Malsfeld als Ausgleich die Wiederinbetriebnahme und Einspeisung ins Trinkwassernetz zum Großteil finanzieren (HNA berichtete). Da an Trinkwasser andere Anforderungen als an Mineralwasser gestellt werden, waren vor der Inbetriebnahme Umbaumaßnahmen erforderlich. Das aus einer 200 Meter tiefen Buntsandsteinschicht kommende Trinkwasser habe ansonsten sehr gute Mineralwerte und sei frei von Nitrat, erklärt Vaupel.

Von Linett Hanert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.