Traumreise wurde zum Albtraum

Wegen Corona: Paar saß in Neuseeland fest

Waren gemeinsam in Neuseeland unterwegs: Johannes Komiske und Freundin Katharina Streich finanzierten sich die Reise durch Aushilfsjobs nach ihrem Abitur.
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Waren gemeinsam in Neuseeland unterwegs: Johannes Komiske und Freundin Katharina Streich finanzierten sich die Reise durch Aushilfsjobs nach ihrem Abitur.

Katharina Streich und Johannes Komiske mussten ihre Weltreise wegen der Corona-Pandemie in Neuseeland vorzeitig abbrechen. Doch die Rückkehr nach Deutschland war in Virus-Zeiten gar nicht so einfach. 

Diese Reise hatten sich die Ostheimerin Katharina Streich und Johannes Komiske aus Melsungen ganz anders vorgestellt. Anfang Februar brach das Pärchen auf, um die schönsten Orte der Welt zu entdecken: Lissabon, Los Angeles, San Francisco und Rarotonga im Süd-Pazifik – Traumziele auf einer Traumreise, die jedoch durch die Corona-Pandemie in Neuseeland ein jähes Ende fand.

„Das Virus hat unsere Reiseplanung komplett durcheinander geworfen, plötzlich saßen wir in Neuseeland fest“, erzählt der 20-jährige Johannes. Gemeinsam mit Freundin Katharina reiste er Anfang März nach Neuseeland, knapp drei Wochen später wollten die beiden ihre Reise dann vorzeitig abbrechen – zu groß seien die Reiseeinschränkungen durch das Coronavirus geworden. „Am Flughafen in Christchurch haben wir erfahren, dass unser Flug nach Hause gestrichen wurde“, berichtet die 20-jährige Katharina. „Nach dieser Nachricht waren wir ziemlich geknickt, denn wir wussten nicht, wie wir jetzt nach Hause kommen sollten.“

Corona-Krise: Paar aus Motel in Neuseeland geworfen

Daraufhin buchten die beiden ein Zimmer in einem Motel in der Nähe des Flughafens. „Wir waren schon zu Beginn unseres Neuseeland-Aufenthalts in diesem Motel. Doch als wir diesmal dort ankamen, wurden wir sofort wieder hinausgeworfen, ohne dass uns jemand zuhörte“, erzählen die beiden von ihren Erfahrungen. Sogar mit der Polizei sei den beiden gedroht worden. „Wir vermuten, dass wir aus dem Motel geflogen sind, weil das Personal wohl dachte, dass wir neu eingereist sind.“ Vielleicht habe das Personal Angst gehabt, selbst krank zu werden, so die Mutmaßung der Weltenbummler. „Zum Glück haben wir dann noch ein anderes Motel gefunden.“

Corona-Krise: Mit dem Rückholprogramm der Bundesregierung zurück nach Deutschland

Seit dem 20. März habe sich die Lage auch in Neuseeland von Tag zu Tag zugespitzt. „Ab dem 25. März gab es eine Ausgangssperre und wir konnten nur noch in unserem Motel bleiben“, berichten die beiden. Zudem sei es ausländischen Touristen verboten worden, öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen und Inlandsflüge zu absolvieren. „Wir saßen wirklich fest und der Termin für die Rückreise nach Deutschland war völlig ungewiss“, erinnert sich Johannes an die turbulenten Tage in Neuseeland.

Nachdem der Rückflug nach Deutschland gestrichen wurde, meldete sich das Paar unverzüglich im Rückholprogramm der Bundesregierung an.

Corona-Krise: Paar musste in Neuseeland lange Zeit auf Rückkehr nach Deutschland warten

Allerdings stoppte die neuseeländische Regierung die Rückhol-Aktion. Zu groß wäre das Risiko gewesen, dass ausländische Touristen die neuseeländische Bevölkerung auf dem Weg zu den Flughäfen in Auckland und Christchurch anstecken könnten. Katharina und Johannes saßen deshalb weiter fest, über 18 000 Kilometer von ihrer Heimat entfernt.

„Erst ein paar Tage später wurde ein Plan entwickelt, sodass alle Touristen geordnet zu den Flughäfen gebracht werden konnten und das Programm wieder startete“, erzählen die beiden. Am 6. April sei dann endlich die erlösende Nachricht gekommen. Am nächsten Tag ging es zurück nach Deutschland.

Corona-Krise: Weltreise soll später fortgesetzt werden

Am Frankfurter Flughafen gelandet, war die Erleichterung spürbar. „Es wurde wirklich sehr sentimental. Viele Passagiere konnten die Tränen nicht zurückhalten“, erzählen Katharina und Johannes.

Beide seien nun froh, endlich wieder zuhause zu sein, auch wenn sie ihre Weltreise abbrechen mussten: „Eigentlich wollten wir noch nach Australien und Singapur fliegen, aber das holen wir einfach später nach.“

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