Chor Capella Antiqua begeisterte in der Melsunger Stadtkirche

Weihnachtliche Klänge

Die Solisten: Konstanze Kuss spielte beim Konzert des Chores Capella Antiqua die Harfe, Rita Knobbe war an Klavier und Orgel zu hören und Bezirkskantor Christian Fraatz wirkte im Chor mit und spielte ebenfalls Orgel (von links). Foto: Dürr

Melsungen. Präziser homogener Klang erfüllte die Melsunger Stadtkirche, als der Chor mit „Magi videntes stellam“ von Jacobus Clemens aus dem 16. Jahrhundert das Konzert am Samstagabend eröffnete. Die Capella Antiqua unter der Leitung von Bezirkskantor Christian Fraatz – der dabei selbst im Bass mitsang – interpretierte a cappella und begleitet von Konstanze Kuss (Harfe) und Rita Knobbe (Klavier, Orgel) Musik rund um die Weihnachtszeit.

Die Musik nahm immer wieder Bezug auf die Zeit der Gregorianik, denn auch moderne Komponisten greifen auf alte Stilmittel zurück, um Musik zu gestalten.

Im Zentrum standen an dem Abend zwei Werke: „A ceremony of Carols“ von Benjamin Britten – entstanden 1942, als der Komponist anonyme Texte aus dem 14. Jahrhundert erwarb. Britten selbst hat das Werk für hohe Stimmen und Harfe komponiert, der Erfolg führte dazu, dass Julius Harrison als Auftragskomposition ein Arangement für Gemischte Chöre herausgab. Die Frauen sangen „Hodie Christus natus“, zum Beginn und Ende, ein lateinischer Text mit gregorianischer Melodie. Vier Lieder aus dem Zyklus wurden mit vierstimmigem Chor gesungen. Britten setzt auf schlichte Stimmführung, immer wieder im Kanon einsetzende Stimmen und eine Einheit mit dem Klang der Harfe als Begleitinstrument.

In einem Interlude für Harfe solo füllten zarteste Klänge den Raum, was zu großer Spannung führte.

„Christmas Day“ von Gustav Holst ist eine Fantasie für Chor und Orgel (Knobbe): Englischsprachige Weihnachtslieder wurden neu arrangiert und zu einer Geschichte verbunden. Doppelchörig wird die Situation an der Krippe besungen: während die Hirten, die Tiere und die Könige im Stall sind, laden die Engel ein, den neu geborenen König zur begrüßen. Auch dort wurde der Eingangschor – die englische Fassung von „In dulci jubilo“ – von den Frauen gesungen.

Capella Antiqua begeistert mit hohen Sopranstimmen, durchsichtiger Stimmführung und vielseitiger Dynamik und Beweglichkeit. Virtuos gespielte Werke für Harfe solo und Orgel (Fraatz) ergänzten die Chormusik.

Herzlich langer Applaus belohnte die Akteure für den stimmungsvollen Musikabend.

Von Agnes Dürr

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