Zu wenig Kunden, zu wenig Umsatz: Tegut in Körle schließt

Nur Stammkunden kaufen ein: Angela Döring-Hilberg (rechts) gehört zu den wenigen Kunden, die regelmäßig im Körler Tegut-Lädchen einkaufen. Es schließt am 31. März. Foto: Geier

Körle. Es sollte eine Erfolgsgeschichte werden, aber nach nur zweieinhalb Jahren muss das Tegut-Lädchen in Körle schließen. Zu wenige Kunden und zu wenig Umsatz.

„Das finde ich sehr schade“, sagt Stammkundin Angela Döring-Hilberg als sie von der Schließung hört. Seit der Eröffnung im August 2012 kauft sie immer mal wieder in dem kleinen Laden an der Nürnberger Straße ein. Über die Schließung ist sie - wie viele Kunden - sehr traurig.

„Die Leute springen mal rein, kaufen aber nur ein paar Teile, die sie bei ihrem Großeinkauf in einem anderen Markt vergessen haben“, erklärt Armin Gutwald, Geschäftsbereichsleiter der Baunataler Diakonie Kassel (bdks), die den Laden in Kooperation mit Tegut betreibt. Die Körler Kunden kaufen ein bisschen Obst und ein paar vereinzelte Teile, Großeinkäufe wickelt Marktleiterin Nicole Bahr kaum ab. Gutwald: „Aber Großeinkäufe braucht jeder Laden.“

Strahlende Gesichter zum Start: von links Inge Schnorbach, Marktleiterin Nicole Bahr und Beate Abel bei der Eröffnung im August 2012. Foto: Archiv

Früher gab es einmal vier Einzelhändler vor Ort, 1984 war nur noch einer übrig geblieben. In Körle wollte man an dem Konzept eines kleinen Ladens im Zentrum festhalten. Vor allem ältere Menschen  haben so eine Chance direkt in ihrer Nähe einkaufen zu gehen. „Es gab eine Lücke, die geschlossen werden musste“, sagt Gutwald.

Trotz der Unterstützung, die beim Einzug des Lädchens stark war, sahen die Umsatzzahlen schon nach einem Jahr nicht rosig aus, legt Gutwald dar. Verschiedene Aktionen wie die Einrichtung eines Lieferservice, ein Flohmarkt und die Kooperation mit dem Kindergarten durch die ein Krabbelfrühstück gestartet wurde, konnten nicht mehr Kunden in den Laden locken.

Kein Großeinkauf 

Ein weiteres Problem mit dem der Laden zu kämpfen hatte, war die Mittagspause, denn während Tegut seine Türen durchgehend geöffnet hat, schließen die Nachbargeschäfte und dann bleiben auch die Körler zu Hause. Nur vereinzelt verlaufen sich laut Bahr dann Einkäufer in den Laden und nur Kleinigkeiten landen in den grauen Einkaufskörben. Nach einem der Einkaufswagen greife kaum einer und deshalb halte sich auch der Umsatz in Grenzen. Marktleiterin Nicole Bahr schätzt die Kundschaft auf 95 Prozent Stammkunden, ein Großteil davon gehöre der älteren Generation an. „Aber selbst von denen kamen im letzten Jahr immer weniger“, sagt Bahr. Selbst die Weihnachtsvorbestellungen, die vor zwei Jahr so gefragt waren, wurden im Dezember nicht mehr verlangt. Die Kunden entscheiden sich für die größeren Geschäfte, die sich direkt in Körle und im Umkreis von zehn Kilometern finden. Die vier Angestellten des Lädchen haben sich nach der Nachricht sofort arbeitslos gemeldet, zwei von ihnen haben schon eine neue Stelle in Aussicht.

Von Christiane Geier

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