Seuchengefahr eindämmen und Schäden begrenzen

Wildschwein-Bestand im Schwalm-Eder-Kreis explodiert: Jagd beginnt

Schwalm-Eder. Die Jäger rüsten sich in den kommenden Tagen im Landkreis zur Jagd aufs Schwarzwild. Dessen Zahl hat in diesem Jahr stark zugenommen.

Dafür seien vor allem die milden Temperaturen des vorigen Winters und das üppige Nahrungsangebot des Sommers verantwortlich, sagt Kreisjagdberater Werner Wittich: „Die Bestände sind an vielen Stellen explodiert.“

Jetzt aber brechen die Zeiten an, in denen die Rotten reduziert werden sollen. Von Anfang November bis Weihnachten seien die Jäger zu einer scharfen und starken, aber waidgerechten Bejagungen aufgerufen, sagt Wittich.

Damit sollen gleich zwei Ziele erreicht werden: Zum einen sollen die Jagden Seuchen wie der Schweinepest vorbeugen, zum anderen sollen sie Wildschäden reduzieren.

Obwohl die Landwirte im Frühjahr einen großen Schaden durch Schwarzwild befürchtet hätten, habe der sich doch in Grenzen gehalten, sagt Dr. Bernd Wenck vom Regionalbauernverband Kurhessen mit Sitz in Homberg. Lediglich rund um den Borkener See hätten die Schwarzkittel verstärkt gewütet: Dort seien sie aus dem Naturschutzgebiet immer wieder über benachbarte Felder hergefallen. Ein Landwirt habe auf einer Fläche von zwei Hektar fast null Ertrag erwirtschaftet.

Doch auch in diesem Naturschutzgebiet sind die Wildschweine nun nicht mehr sicher, denn das Regierungspräsidium Kassel habe dort die Sondererlaubnis für eine Bejagung erteilt, sagt Wenck.

An der Notwendigkeit der Jagden haben die Forstamtsleiter keinen Zweifel: „Diese Jagden sind kein Selbstzweck, damit wollen sich die Jäger nicht etwa selbst eine Freude bereiten“, sagt Günter Schumann vom Forstamt Neukirchen. „Wir müssen die Wildschweine energisch bejagen, um die Seuchengefahr zu bannen.“ Bernd Wenck sieht das genauso: „Es muss niemand Angst haben, dass wir zu wenig Wild im Wald haben.“

Von Claudia Brandau

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