Parlament entscheidet bald: Was wird aus dem Spangenberger Junkerhaus?

Das Junkerhaus ist weg - und nun? Das Spangenberger Parlament entscheidet am 2. Oktober, was aus der Freifläche werden soll. Es gibt mehrere Ideen dafür, was mit dem zentral gelegenen Grundstück mit der tollen Aussicht geschehen könnte. Foto:  Brandau

Spangenberg. So ungeduldig haben Peter und Margit Slaby wohl noch nie auf eine Sitzung der Spangenberger Stadtverordneten gewartet. Denn am 2. Oktober geht es für das pensionierte Lehrerehepaar darum, ob sich sein Traum erfüllen wird oder nicht.

Slabys wollen auf der Freifläche, die nach dem Abriss des Junkerhauses in der Untergasse entstand, ein Haus bauen. Unten Stein, oben Fachwerk, ganz nach dem Vorbild des ehemaligen Prachtbaus, der dort über Jahrhunderte hinweg entstand.

Seit Monaten verfolgen sie diesen Plan, kommen aber nicht wirklich vom Fleck: Denn erst muss das Parlament die Grundsatzentscheidung treffen, was aus der Fläche werden soll.

Denn es gibt noch einen weiteren Interessenten: Dieter Jacob aus Berlin. Der aus Spangenberg stammende Professor für Baubetriebslehre will am Marktplatz in zwei leerstehenden Häusern Wohnraum schaffen und ein Café eröffnen. Die Voraussetzung dafür: Dass der Anlieferungsbetrieb des gastronomischen Betriebs über die Rückseite der Gebäude erfolgt - eben über die Freifläche des ehemaligen Junkerhauses.

Jacob hat Gestaltungspläne von Architekt Friedrich Bier entwerfen lassen und ein Konzept für seine Gastronomiepläne erstellt. Die könnten auch den 500 Jahre alten Gewölbekeller des Junkerhauses integrieren: „Das wäre dann eine echte Erlebnisgastronomie“, sagt Jacob.

Er harrt nun wie das Ehepaar Slaby ungeduldig der Dinge, die da kommen. „Ich habe einen langen Atem“, sagt der Berliner. Jacob kann sich vorstellen, dass die Stadt die Freifläche herrichtet, würde sie aber auch selbst anpachten und gestalten. Hauptsache, es gäbe eine Zufahrt an die beiden Häuser Markt 6 und 7, die Dieter Jacob im vorigen Herbst gekauft hat. Ohne diese Zufahrt aber sei seine Vorstellung eines neuen Cafés nicht zu realisieren.

Das Ehepaar Slaby dagegen will zeigen, dass das Wohnen in der Innenstadt attraktiv ist und so gegen den Leerstand vorgehen. Doch so langsam wollen Slabys wissen, wohin die Reise geht. Doch ganz gleich, wie die Entscheidung des Parlaments ausfällt: „Wir werden sie akzeptieren“, sagte Peter Slaby. Einen Plan B aber habe er nicht in der Tasche.

Bei der Freifläche in der Untergasse handele es sich um einen markanten innerstädtischen Bereich, sagt Bürgermeister Peter Tigges. „Das ist sowohl von der Aussicht als auch von der Lage her ein echtes Sahnestück.“ Deshalb könne es auch gut sein, dass die Stadt das Grundstück behalte, um es der Öffentlichkeit zugänglich zu machen: Immerhin biete es einen tollen Blick aufs Schloss, aufs Kloster und ins Tal. Das Parlament müsse nun alle Möglichkeiten diskutieren und einen Grundsatzbeschluss fassen. Noch stehe die Richtung dieses Beschlusses nicht fest, meinte Tigges.

Von Claudia Brandau

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