Schwieriger Abgleich der Termine

Impfungen: 10 .700 stehen im Kreis Northeim auf Warteliste

Eine Patientin lässt sich  impfen. Foto: Martin Schutt/Archiv
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Impfen gegen Corona (Symbolbild).

Die Warteliste der Impfwilligen im Northeimer Impfzentrum ist lang. Nach Landkreisangaben stehen auf der vom Land geführten Liste 10.700 Personen.

Northeim - Technisch sei es aber unmöglich, den Impfwilligen mitzuteilen, auf welchem Wartelistenplatz sie stehen. Dieser Wunsch sei laut Kreissprecher Dirk Niemeyer schon mehrfach an das Land herangetragen worden.

Auch Kreistags- und Landtagsabgeordneter Christian Grascha (FDP) hatte sich diesbezüglich mit einer Bitte um mehr Transparenz bei der Warteliste an die Landrätin gewendet. Es sei laut Kreisverwaltung auch nicht möglich, Daten aus dem Landessystem zu exportieren.

Ein weiteres Problem beim Datenaustausch ergibt sich zudem dadurch, dass inzwischen viele Hausarzt- und Facharztpraxen impfen. Darunter sind auch Patienten, die bereits auf der Warteliste des Landes stehen.

„Es gibt leider keinen vorgeschriebenen direkten Weg, die Geimpften aus den Praxen mitgeteilt zu bekommen. Das Land sieht hierfür bisher keine Veranlassung“, bedauert die Kreisverwaltung. Wenn also der Arzt oder die geimpfte Person keine Abmeldung über das Impfportal des Landes vornimmt, bekomme man dies erst durch das Nichterscheinen im Impfzentrum mit.

Laut der Vorsitzenden des Northeimer Ärztevereins, Wolfgang Boldt, erscheinen täglich bis zu 150 Menschen nicht zu ihrem Termin im Impfzentrum. Dies sei bedauerlich, könnte aber viele Gründe haben, beispielsweise auch an der Skepsis gegenüber dem Impfstoff von Astrazeneca liegen.

Er fordert seine Kollegen auf, eine E-Mail-Mitteilung an das Impfzentrum zu veranlassen, wenn in der Praxis bekannt sei, dass ein Impfling auf der Warteliste des Landes stehe oder sogar einen Termin habe. Das kurzfristige Nichterscheinen zu einem Impftermin sei ärgerlich, da man sonst mehr Menschen impfen könnte, so Boldt.

Eine lokale Warteliste für spontane Nachrücker gebe es nicht, erklärt Niemeyer. Aber Impfdosen gingen nicht verloren. Tatsächlich werde dies im Northeimer Impfzentrum durch umsichtiges Vorgehen des Personals sehr unproblematisch gelöst. So würden ab einem bestimmten Zeitpunkt am Tag, Impfdosen nur noch „just in time“ vorbereitet und aufgezogen, um Reste am Ende des täglichen Impfgeschehens zu vermeiden. Sollte dies doch vorkommen, würden ausschließlich Personen kontaktiert, die auf der Warteliste des Landes stehen.

Keine Listen über Praxen, die impfen

Ob ein Haus- oder Facharzt Corona-Schutzimpfungen vornimmt, kann aktuell in keiner Liste nachgesehen werden, erklärt Harald Jeschonnek von der Kassenärztlichen Vereinigung. Die beteiligten Ärzte informieren aber ihre Patienten und bieten ihnen, nach Priorisierung einen Termin an. Patienten, deren Hausärzte nicht impfen, bleibt aktuell nur der Weg über die Warteliste des Landes, so Ärzte-Sprecher Wolfgang Boldt.  (Rosemarie Gerhardy)

impfportal-niedersachsen.de  

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