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279 ukrainische Kinder schon im Unterricht an Schulen im Kreis Northeim

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Von: Axel Gödecke

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Ukraine-Flaggen im Klassenzimmer, Symbolfoto. FOTO: DPA © Robert Michael/dpa 

In vielen Grundschulen und auch weiterführenden Schulen im Landkreis Northeim werden schon ukrainische Kinder und Jugendliche unterrichtet. Laut Schulbehörde sind es bislang 279.

Landkreis Northeim – Vor wenigen Wochen gingen sie noch in Kiew oder anderen ukrainischen Städten zur Schule, dann kamen der russische Angriff und für sie die Flucht – mit Eltern oder anderen Angehörigen. Im Kreis Northeim angekommen, hat für viele ukrainische Kinder und Jugendliche ein ganz anderer Schulalltag, einer in der Fremde, begonnen.

279 Kinder und Jugendliche aus der Ukraine sitzen bereits mit deutschen Klassenkameraden auf der Schulbank, die meisten in den Grundschulen der Städte und Gemeinden, einige Dutzend in den weiterführenden Schulen in Trägerschaft des Landkreises. Das berichtet die Kreisverwaltung.

Die meisten von ihnen gehen in Schulen in Northeim und Uslar. Laut Stadtverwaltung sind in Northeim 100 ukrainische Kinder und Jugendliche erfasst. Davon seien 69 schulpflichtig, von denen wiederum 20 an den städtischen Grundschulen beschult werden.

In Uslar besuchen laut Bürgermeister Torsten Bauer aktuell rund 50 schulpflichtige Kinder aus der Ukraine die vier Grundschulen im Stadtgebiet. In Einbeck werden nach Angaben der Stadtverwaltung 47 ukrainische Kinder in den städtischen Grundschulen unterrichtet, fünf davon in der ehemaligen Gemeinde Kreiensen.

Die Beschulung erfolgt in allen Fällen innerhalb der normalen Klassen. Zudem gebe es Unterricht in Deutsch als Zweitsprache (DaZ). Außerdem sei es möglich, dass die Kinder und Jugendlichen Online-Angebote ihrer ukrainischen Schulen oder überregionaler ukrainischer Lernplattformen nutzen können. Einige Schulen haben Arbeitshefte besorgt, die die Kinder in Unterrichtsphasen, in denen sie dem „normalen“ Unterricht noch nicht folgen können, nutzen können, heißt es aus Einbeck.

Teilweise werden die Kinder in einzelnen Stunden von pädagogischen Mitarbeitern oder der Schulsozialarbeiterin unterstützt. Auch ehrenamtliche Helfer gibt es bereits an Schulen für den Übersetzungsbereich, so die Rückmeldung von der Stadt Northeim. Teils unterstützten auch engagierte Eltern Grundschulen nach dem Unterricht durch Initiierung von Zusatzangeboten.

Als ukrainische Lehrkräfte sind laut Regionalem Landesamt für Schule und Bildung Braunschweig (RLSB) kreisweit derzeit vier Personen im Einstellungsverfahren. Weitere Lehrkräfte aus der Ukraine seien aber aufgefordert, sich über ein Meldeportal des Kultusministeriums zu melden.  

Geflüchtete Lehrkräfte können als solche an Schulen für lehrende Tätigkeiten eingesetzt werden, sofern Sie eine Anerkennung ihres Abschlusses aus der Ukraine nachweisen können. In diesem Fall erfolgt eine Einstellung als Lehrkraft, betont Mareike Wellmeier, schulfachliche Mitarbeiterin im Regionalen Landesamt für Schule und Bildung in Lüneburg.

Liege noch keine Anerkennung eines Abschlusses als Lehrkraft vor, könnten geflüchtete Lehrkräfte unabhängig davon zunächst auch als pädagogische Mitarbeiter für betreuende Tätigkeiten eingestellt werden.

Leitfaden schlägt Willkommensgruppen vor

Das Niedersächsische Kultusministerium hat für Schulen einen Leitfaden erstellt, wie sie den Unterricht mit ukrainischen Schüler organisieren können. Darin sind auch Links auf ukrainische Unterrichtsmaterialien und -portale zu finden. Außerdem rät das Ministerium, an Schulen Willkommensgruppen für ukrainische Schüler ins Leben mit einer festen Bezugsperson (möglichst mit ukrainisch-russischen Sprachkenntnissen) zu rufen. Dies könne auch schulübergreifend geschehen.  (Axel Gödecke)

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