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Landesnahverkehrsgesellschaft: Absage an weitere Bahnhaltepunkte im Landkreis Northeim

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Von: Michael Caspar

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Der ehemalige Bahnhof in Verliehausen.
Ehemaliger Bahnhof in Verliehausen: An der Strecke soll wieder ein Haltepunkt eingerichtet werden.  © Frank Schneider

Die Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) sieht die Reaktivierung von Bahnhaltepunkten im Landkreis Northeim kritisch. Der Kreistagsausschuss für Wirtschaft und Kreisentwicklung hat sie einstimmig gefordert.

Northeim – Weitere Haltepunkte verlängerten die Fahrzeit auf der Gesamtstrecke jeweils um zwei bis drei Minuten, sagte Dieter Sandmann im Ausschuss. Er leitet bei der LNVG den Bereich Infrastruktur. Das mache nur Sinn, wenn sich dadurch die Fahrgastzahlen deutlich erhöhten. Das stellte er für Naensen und Verliehausen infrage.

Dieter Sandmann
Dieter Sandmann, Leiter Infrastruktur bei der Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen. © LNVG

Der Zug auf der Strecke Verliehausen halte schon jetzt jeweils länger in Adelebsen, weil er – auf den dort einspurigen Gleisen – den Gegenverkehr abwarten müsse, gab Stefan Fiege (SPD) zu bedenken. Ein zusätzlicher Halt in Verliehausen würde daran nichts ändern, erwiderte Sandmann. Verliehausen sei im übrigen über Busse bereits an Göttingen angebunden. Der Bus halte zwar öfter als die Bahn, aber dadurch kämen Passagiere auch näher an ihr jeweiliges Ziel.

Die Eröffnung eines Haltepunkts Mühlentor zur besseren Erreichbarkeit der Northeimer Innenstadt hielt Sandmann wegen der Nähe zum bestehenden Bahnhof für unwahrscheinlich. Enttäuscht von Sandmanns Ausführungen zeigte sich Peter Traupe (SPD). Die Verkehrswende könne nur gelingen, wenn es attraktive Bahnverbindungen gebe. Sandmann stellte klar, dass die Bahn für den Streckenausbau verantwortlich sei. Die LNVG unterstütze sie nur.

Zum barrierefreien Umbau von Bahnhöfen sagte Sandmann, dass die Bahn aufgrund des Fachkräftemangels Schwierigkeiten habe Leistungsanbieter zu finden. Da jede Verzögerung langfristig in die Fahrpläne eingetaktet werden müsste, beginne der Umbau des Bahnhofs in Bodenfelde erst 2024 und der in Nörten-Hardenberg erst 2025/26. Auf eine europaweite Ausschreibung des Umbaus in Bad Gandersheim habe es kein Gebot gegeben, erklärte Sandmann. So etwas sei noch vor zwei, drei Jahren „unvorstellbar“ gewesen. Der Auftrag werde erneut ausgeschrieben. Dadurch komme es zu einem „unbestimmten Verzug“ der Arbeiten. (Michael Caspar)

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