Margrit Möhle war wenige Tage vor der Katastrophe im Land

Nepal kurz vor dem Erdbeben: Gillersheimerin berichtet von ihrer Reise

Fotos in Übergröße: Margrit Möhle schaut sich ihre Erinnerungen auf dem Fernsehschirm an. Zu sehen ist eine Szene aus Bhaktapur mit den historischen Häusern. Im Vordergrund warten Schulkinder, die alle einheitlich gekleidet sind. Fotos:  Oschmann

Gillersheim. Die Gillersheimerin Margrit Möhle besuchte Nepal wenige Tage vor dem Erdbeben. Jetzt ist sie tief erschüttert von dem, was das Erdbeben angerichtet hat.

Schon im zarten Alter von zehn Jahren hatte Margrit Möhle einen großen Wunsch: „Ich möchte einmal in Nepal Urlaub machen.“ Diesen Traum hat die Gillersheimerin nie aus den Augen verloren und jetzt, 56 Jahre später, Wirklichkeit werden lassen.

Wenige Tage vor dem großen Erdbeben hat sie dieses Land für zwei Wochen besucht, über das sie in ihrer Kindheit einen Bildbericht im Stern gelesen hatte. Genau das war der Auslöser. „Die Pagoden und Tempel wollte ich mir unbedingt einmal anschauen und Land und Leute kennenlernen“, das war ihr Ziel.

Sie hat alles genossen, das Schöne und weniger Schöne in sich aufgesogen. Was das Erdbeben angerichtet hat, hat sie tief erschüttert. Margrit Möhle zählte zu den letzten Touristen, die die alten Städte und Bergdörfer mit ihren vielen Sehenwürdigkeiten gesehen haben. „Das wird es so nie wieder geben. Falls es wieder aufgebaut werden sollte, wird das wahrscheinlich so eine Art Disney-Land“, vermutet die Gillersheimerin.

Souvenirs: Margrit Möhle hat sich einiges mitgebracht, zum Beispiel eine Klangschale, eine Maske und einen Beutel.

So traurig sie das Geschehen in Nepal stimmt, so glücklich ist sie darüber, alles im Originalzustand erlebt zu haben. Die 66-Jährige, die zum Teil nur 20 Kilometer vom späteren Epi-Zentrum entfernt war, wusste vorher, dass sie in ein sehr armes Land reisen würde. „Das hat sich bewahrheitet. Die Menschen sind wirklich arm, aber sie leben nicht im Elend. Sie sind alle sehr freundlich und Bettelei gibt es nicht“, hat sie festgestellt.

Beeindruckt war sie von der Lebenweise der Menschen. „Die sitzen vor ihren Häusern oder Hütten, kochen und arbeiten dort, waschen, fertigen etwas an und verkaufen das. Alle sind Selbstversorger.“ Die Gillersheimerin hat sich einige Erinnerungsstücke mitgebracht.

Beeindruckt, allerdings negativ, war sie von dem Müll in Nepal. Überall an den Straßenrändern liegen Berge von Plastik herum. „Wenn es absolut zuviel wird, werden sie einfach verbrannt.“ Verbrannt werden auch an allen möglichen öffentlichen Orten die Toten. „Und die Abwässer zum Beispiel der Hotels werden einfach in die Flüsse geleitet.“

„Die leben einfach in einer anderen Welt, die nun leider heftig zerstört wurde“, sagt Margrit Möhle. Die Gillersheimerin schaut sich gern ihre mehr als 1000 Fotos an, die sie während ihres Urlaubs gemacht hat. Das sind schöne und jetzt sogar einmalige Erinnerungen.

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