DRK kritisiert Vergabe durch den Landkreis Northeim

Ärger um mobile Impfteams im Landkreis Northeim

Ein kleiner Piks: Die Corona-Impfung.
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Um den Betrieb der beiden mobilen Impfteams im Landkreis Northeim ist jetzt ein Streit entbrannt. (Symbolbild).

Um den Betrieb der beiden mobilen Impfteams, die nach der Schließung des Northeimer Impfzentrums Anfang Oktober ihre Arbeit im Landkreis Northeim aufnehmen sollen, ist inzwischen ein heftiger Streit entbrannt.

Northeim - Hintergrund: Das Deutsche Rote Kreuz (DRK), das im Auftrag des Landkreises in den vergangenen Monaten das Impfzentrum betrieben hatte und jetzt auch die beiden mobilen Impfteams stellen wollte, ist nicht mehr im Boot.

Es übt deswegen massive Kritik an Landrätin Astrid Klinkert-Kittel und der Kreisverwaltung. Denn dort war entschieden worden, dass auch eine der anderen Hilfsorganisationen im Landkreis Northeim, die Johanniter und der Arbeiter-Samariter-Bund, den Zuschlag für eines der Impfteams erhalten sollte.

Dazu hatte sich kürzlich die Vorstandsvorsitzende des DRK-Kreisverbands Northeim-Göttingen, Petra Reußner, während einer DRK-internen Veranstaltung, bei der die Mitarbeiter des Impfzentrums verabschiedet wurden, noch diplomatisch geäußert. Sie hatte berichtet, dass das DRK sich beim Landkreis um den Betrieb beider Impfteams beworben habe, aber ohne Erfolg. Die Kreisverwaltung habe mitgeteilt, dass die Vergabe nach dem Zufallsprinzip erfolgen solle.

„Das DRK hätte damit lediglich den Zuschlag für nur eines der beiden mobilen Impfteams erhalten können. Das ist jedoch schlichtweg nicht wirtschaftlich“, so die DRK-Vorstandsvorsitzende. Und: Der Verwaltungsaufwand für nur ein Impfteam sei viel zu hoch. Auch sei die Koordination der Impfteams erheblich einfacher, wenn sie aus nur einer Hand erfolge. Reußner: „Abstimmungsschwierigkeiten zwischen verschiedenen Hilfsorganisationen sind vorprogrammiert.“

Mitarbeiter des Northeimer Impfzentrums, die vom DRK beschäftigt worden sind, hatten sich dagegen kürzlich in einem Offenen Brief an die Landrätin mit ihrer Kritik nicht zurückgehalten. In dem Brief, der der HNA-Redaktion vorliegt, äußern die Mitarbeiter Unverständnis für die Entscheidung des Landkreises, die mobilen Impfteams an zwei Organisationen zu vergeben: „Wir haben uns neun Monate sehr dafür eingesetzt, aus dem Nichts ein funktionierendes Impfzentrum aufzubauen und zu etablieren. Für unsere Mitbürger, für das DRK, für den Landkreis, also für Sie“, richten sie ihre Kritik an Klinkert-Kittel. Und: „Ist das jetzt der Dank von Ihnen an uns?“

Man sei ein eingespieltes Team mit Chefetage, Verwaltung und medizinischem Fachpersonal. Zwei unterschiedliche Hilfsorganisationen „zusammenzustecken“, das werde nicht funktionieren. Darum werde das DRK jetzt „einfach aussortiert“. (kat)

Das sagt der Landkreis Northeim: In einer Stellungnahme hat sich auch Landrätin Astrid-Klinkert Kittel auf HNA-Anfrage zu den Vorwürfen durch das DRK geäußert: Der Landkreis habe in der Bewältigung der Corona-Pandemie von Anfang an auf die Kooperation mit allen Hilfsorganisationen gesetzt. Einen Schwerpunkt habe dabei das vom DRK betriebene Impfzentrum gebildet.

Aber auch der ASB und die Johanniter seien von Anfang an bei Testungen und in den mobilen Impfteams als verlässliche Partner eingesetzt gewesen. Die Arbeit sei nach einvernehmlichen Absprachen zwischen den drei Hilfsorganisationen erfolgt. Mit dem sich abzeichnenden Ende des Impfzentrums und dem geplanten Einsatz von zwei mobilen Impfteams sei der Landkreis Northeim auf die Hilfsorganisationen mit der Bitte zugegangen, sich über den künftigen Betrieb der Impfteams zu verständigen.

Das sei bedauerlicherweise nicht gelungen. Und das DRK sei leider nicht auf das Angebot eingegangen, nur eines der beiden Impfteams zu betreiben. Die beiden mobilen Impfteams, die ab dem 1. Oktober im Kreisgebiet tätig sein werden, würden nun vom ASB und Johannitern gestellt. In einem persönlichen Gespräch, das vor wenigen Tagen im Kreishaus stattfand, habe die Landrätin den DRK-Beschäftigten des Impfzentrums die Hintergründe für die Entscheidung erläutert. Gleichzeitig sei erörtert worden, wie zumindest einen Teil der DRK-Beschäftigten sich bei den neuen beiden mobilen Impfteams von ASB und JUH engagieren könnten.

Klinkert-Kittel bedauere persönlich sehr, dass es nach dem äußerst erfolgreichen Umgang mit den Herausforderungen der Corona-Pandemie ausgerechnet jetzt, wo die Erfolge über die vergleichbar hohe Impfquote sichtbar würden, nicht erneut zu einer Einigung zwischen den Hilfsorganisationen gekommen sei. „Wir müssen aber jetzt nach vorne blicken.“ (kat)

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